30.05.2018 / Blog

Das Vertrauen in den Markt kehrt zurück

Am 4. April hat der neue südafrikanische Energieminister Jeff Radebe die Stromabnahmeverträge für 27 IPP-Projekte unterschrieben – nach einer über zwei Jahre währenden Hängepartie. Darunter auch drei juwi-Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 390 Megawatt. Greg Austin, Geschäftsführer von juwi Südafrika, ordnet die Geschehnisse der vergangenen Jahre ein und wirft einen Blick auf die Zukunft der Erneuerbaren-Branche am Kap der Guten Hoffnung.

Greg Austin, wie kam es zum Stillstand im südafrikanischen Markt und wie hat sich der Knoten dann letztlich gelöst?


Die vergangenen beiden Jahre waren geprägt von Unsicherheiten und Unvorhersehbarkeiten – nicht nur für die Branche der erneuerbaren Energien, sondern ganz allgemein für alle privaten Investoren im Energiesektor. In der Folge mussten wir daher miterleben, dass zahlreiche Komponentenhersteller und auch Projektentwickler das Vertrauen verloren und dem südafrikanischen Markt den Rücken zugewandt haben. Letztlich hat es sich gelohnt durchzuhalten. Mit den nun unterzeichneten IPP-Verträgen und der neuen Regierung erleben wir, dass neues Vertrauen in den Markt zurückkehrt. Jetzt schauen wir erwartungsvoll auf den neuen „Integrated Resource Plan“, der uns ein Indiz dafür geben wird, wieviel erneuerbare Energie bis zum Jahr 2030 installiert werden sollen. Wenn man den Szenarien des Energieministeriums glaubt, dann werden das mindestens 20.000 Megawatt bis 2030 sein.

Was verursachte die langen Verzögerungen? Die 27 Projekte wurden bereits 2015 als sogenannte “preferred bids” identifiziert. Sie hatten in den Ausschreibungsrunden 3.5 und 4 des Renewable Energy Independent Power Producer (REIPP) Procurement Programms quasi einen Zuschlag erhalten. Der weitere Prozess geriet jedoch ins Stocken, als sich der staatliche Energieversorger Eskom Mitte 2016 auf einmal weigerte, Stromabnahmeverträge mit den IPP-Firmen zu unterschreiben. Als Begründung führte Eskom an, dass man bereits Energieüberschüsse habe und erneuerbare Energien nicht kosteneffizient seien. Nach dem Rücktritt des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma und der Ernennung von Jeff Radebe zum neuen Energieminister durch den neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa kam Anfang diesen Jahres neuer Schwung in die Angelegenheit: Es wurde angekündigt, dass Eskom die ausstehenden Verträge mit den IPP-Firmen am 13. März unterzeichnen werde. Dieser Termin verzögerte sich allerdings erneut.  Am 4. April konnten die Verträge dann unterzeichnet werden.

Für juwi bedeutet dies, dass wir endlich die Verträge mit unserem Kunden zum Bau dreier großer PV-Freiflächenprojekte finalisieren können. juwi Südafrika wurde schon vor längerem von einer IPP-Firma als bevorzugtes EPC-Unternehmen für drei große PV-Projekte mit in der Summe 250 Megawatt ausgewählt. Ende Juli sollten alle finanziellen Voraussetzungen vorliegen, um dann diesen Vertragsabschluss verkünden zu können. Außerdem haben wir nun mit einem weiteren Kunden auch den Vertrag für einen Windpark unterschrieben. Der 138-Megawatt-Park liegt im „Northern Cape“. Wir erwarten hier das “Financial Closing” bis Ende August.

Die Zeit der Verzögerungen haben wir genutzt, um unsere Projekt-Pipeline zu füllen. Zusammengefasst kann man also sagen, dass wir mehr als erfreut sind, dass die Zeiten des Stillstands hinter uns liegen, dass das Vertrauen in den Markt zurückkehrt, und dass die neue Regierung ganz offensichtlich auf die erneuerbaren Energien setzt.


Zurück zur Übersicht

Weitere Themen

Blog

Ansprechpartner

Felix Wächter, Pressesprecher der juwi-Gruppe

Felix Wächter
Pressesprecher

Jetzt anrufen
E-Mail


Neuste Artikel

Abbauen oder Weiterbetreiben