Man braucht nur einen Blick in die lokalen Tageszeitungen zu werfen. Schlagworte wie Verspargelung, Vermaisung und Verspiegelung tauchen immer wieder auf.
Die Front verläuft mitten durch die Naturschutzverbände. Der Mitbegründer des BUND, Enoch zu Guttenberg, hat vor kurzem öffentlichkeitswirksam seinen Austritt aus dem Naturschutzverband verkündet und dessen Zustimmung zur Windkraft kritisiert. Der NABU hat einen Leitfaden zur Vereinbarkeit von erneuerbaren Energien und Naturschutz herausgegeben. Das ändert freilich nichts daran, dass bei einzelnen Projekten Gegenwind von Naturschützern auch aus dem NABU kommt. juwi tut alles, um in dieser Gemengelage verantwortungsvoll zu handeln.
»Energiewende und Naturschutz sind für uns keine Gegensätze«, stellt juwi-Vorstand Matthias Willenbacher klar. »Im Gegenteil: Beides gehört zusammen und wird bei unseren Projekten für regenerative Energieanlagen immer berücksichtigt.«
Keine Windkraftanlage ohne Ausgleichsprojekt
Die gelernte Forstingenieurin Anna Adelt kümmert sich bei juwi ausschließlich um Ausgleichsmaßnahmen. In stark landwirtschaftlich geprägten Gegenden wie in Rheinhessen heißt das zum Beispiel: Waldflächen schaffen und die Übergänge an Waldrändern gestalten, Feldgehölze und Heckenstrukturen initiieren sowie Kleeflächen als Lebensraum für den Feldhamster anlegen. Bei Waldprojekten wiederum ist neben Waldumbaumaßnahmen auch die Renaturierung von Bachläufen eine typische Ausgleichsmaßnahme. Zusätzlich forstet juwi die durch den Anlagenbau dauerhaft dem Wald entzogenen Flächen außerhalb des Waldes erneut auf. Nicht immer ist es ganz einfach, die passenden Ausgleichsflächen zu finden.
Pro Windkraft-Anlage investiert juwi auf freiem Land mehrere Zehntausend Euro in Ausgleichsmaßnahmen, bei Waldanlagen ist es oftmals ein Vielfaches.
»Wir bewegen uns in der Natur und sind auch von den Natureinflüssen wie Trockenheit oder Schädlingsbefall abhängig«, erläutert Anna Adelt. Hinzu kommt: Nicht jeder Landwirt akzeptiert die Ausgleichsflächen. Nicht selten werden sie als Lagerflächen und Fahrwege genutzt oder schlicht als störende Unkrautfläche wahrgenommen. Grundsätzlich müssen die Maßnahmen in der unmittelbaren Umgebung des Eingriffsortes durchgeführt werden, in Ausnahmefällen kann der Radius für die Maßnahmen auch erweitert werden. »Uns ist es aber wichtig, dass die Leute vor Ort etwas von den vielseitigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sehen und nicht nur die Veränderung der Landschaft durch die Windenergie-Anlagen wahrnehmen«, sagt die juwi-Mitarbeiterin. Auch bei der Herstellung und Pflege der Ausgleichsflächen versucht juwi, lokale Betriebe sowie ortsansässige Landwirte und Naturschutzgruppen der Region einzubinden.
