Der Solarpark Lieberose

Ein Modellprojekt für die Renaturierung militärischer Liegenschaften

Ehemalige, militärische Anlagen fristen oft ein sinnloses Dasein. Der Solarpark Lieberose, errichtet auf einem ehemaligen Übungsplatz der roten Armee, gibt der Konversionsfläche eine sonnige Perspektive.

Chemikalien, Handgranaten, Munition oder auch Sprengköpfe – die Liste der hochgefährlichen Kampfmittel, die den ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose der Sowjetarmee in der Gemeinde Turnow-Preilack bei Cottbus zu einer „No-go-Area“ machten, ist vielfältig. Das riesige Areal blieb daher jahrelang gefährlich und ungenutzt, da die finanziellen Mittel fehlten, die Kampfmittel zu beseitigen. Der Projektentwickler juwi und der Solarmodulhersteller First Solar haben nun einen Solarpark mit einem Investitionsvolumen von über 160 Millionen Euro errichtet. Mit einer Einmalzahlung sowie der Pacht an das Land Brandenburg als Eigentümer wurde die Räumung des Geländes von Kampfmittel finanziert. Das Land Brandenburg profitiert damit gleich zweifach: Jetzt von Pachteinnahmen und nach Ablauf des Pachtvertrags, indem es das Areal in seinem Sinne weiterverwenden kann – in etwa zwanzig oder dreißig Jahren wird es als Heidefläche den Naturschutzzielen der Region zur Verfügung stehen. Damit gilt der Solarpark Lieberose als Modellprojekt für die Renaturierung militärischer Liegenschaften, die mit Kampfmitteln belastet sind.

Überflug Solarpark Lieberose
Die Wartungsstraße zum Solarpark Lieberose
Luftbild Solarpark Lieberose
Der Solarpark entstand auf einem ehem. Militärgelände
ca. 71 Megawatt leisten die Module
ca. 900 000 Module wurden verbaut
Luftbild Solarpark Lieberose

Solarstrom für einige Jahrzehnte

Auf einer Fläche von 660.000 Quadratmetern entstand der derzeit zweitgrößte Solarpark der Welt mit 900.000 Dünnschichtmodule und einer Leistung von 71 Megawatt. Die Jahresstromproduktion liegt bei etwa 71 Mio. Kilowattstunden. Der Solarpark liefert damit Strom für mehr als 20.000 Haushalte und spart darüber hinaus rund 47.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr ein – die Menge, die bei der Herstellung der gleichen Menge Stroms in einem konventionellen Kraftwerk entstehen würde. Die juwi-Tochter juwi Solar GmbH übernahm als Generalunternehmer Planung, Logistik, Bauleitung sowie die schlüsselfertige Errichtung der Anlage und ist während der Nutzungsdauer auch für die technische Betriebsführung zuständig. Im Frühjahr dieses Jahres übernahm die WealthCap, eine Initiatorengesellschaft für Sachwertanlagen und ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Hypo-Vereinsbank, den Solarpark Lieberose und legte einen Solarfonds für Investoren auf. Nach Ablauf der Pachtzeit werden die Module vom Hersteller First Solar zurück genommen und in eine der firmeneigenen Recyclinganlagen gebracht. Mit diesem Konzept bleibt der Solarpark Lieberose auch nach seinem Abbau nachhaltig: Eingesetzte Rohstoffe können in Solarmodulen oder anderweitig wiederverwendet werden, die Abfallmenge wird erheblich reduziert und somit entlastet das Recyclingverfahren die Umwelt und künftige Generationen.

Weitere Informationen:

Projektbeschreibung Lieberose als Download

Zur Referenzübersichtwww.solarpark-lieberose.de

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