Neuer Hunsrück-Windpark vereint Energiewende und Naturschutz
Ende August wurde das Maschinenhaus des ersten Windrades vom Typ Enercon E-126 im Hunsrück auf seinem 135 Meter hohen Betonturm befestigt.
Ein über 1.000 PS starker Kran hob das mehr als 150 Tonnen schwere Teil in den Himmel und platzierte es millimetergenau auf die Turmspitze. Im Laufe der Woche werden der Generator und die Rotornabe folgen. "Bis Ende des Jahres wird das Windrad am Netz sein und sauberen Strom produzieren", freut sich juwi-Projektmanager Jens Baecker.
Das Windrad auf dem Hochsteinchen am Rande des Soonwaldes gehört zum Windpark Ellern, den juwi seit Anfang Mai auf dem Gelände von Landesforst und Ortsgemeinde errichtet. Mit seinen insgesamt acht Windenergie-Anlagen - fünf vom Typ Enercon E-126 sowie drei E-101 - wird der Park in einem einzigen Jahr fast 120 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Dies reicht für mehr als 33.000 Haushalte und entlastet die Umwelt von rund 85.000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Der Windpark Ellern sowie die in direkter Nachbarschaft projektierten weiteren acht Windräder auf den Gemarkungen Seibersbach und Dörrebach werden nach ihrer Fertigstellung von juwi und dem österreichischen Stromunternehmen VERBUND betrieben, weshalb die Schriftzüge beider Unternehmen auf der Gondel prangen.
Die Windparks setzen nicht nur in Sachen Ertragskraft Maßstäbe, sondern auch in punkto Umwelt- und Naturschutz. "Energiewende und Naturschutz sind für uns keine Gegensätze", stellt Matthias Willenbacher, Vorstand und Gründer der juwi-Gruppe klar. "Im Gegenteil: Beides gehört zusammen und wird bei unseren Projekten für regenerative Energieanlagen immer berücksichtigt. Das ist auch im Fall des Windparks Ellern so." Über dieses Projekt wurde über viele Jahre intensiv mit den Menschen und Behörden vor Ort diskutiert.
Schon bei der Planung des Windparks innerhalb des von den Gemeinden Ellern und Rheinböllen festgelegten Vorranggebietes hat juwi dem Naturschutz oberste Priorität eingeräumt. "Bei der Positionierung der einzelnen Anlagen haben wir darauf geachtet, dass hochwertiger, alter Baumbestand verschont wird", sagt Willenbacher. Gerodet wurden nahezu ausschließlich einige wenige Flächen mit Fichtenmonokultur, deren Bedeutung für Natur- und Artenschutz gering ist. "Zusätzlich gleichen wir die Eingriffe in den Baumbestand durch Aufforstungsmaßnahmen an anderer Stelle aus", so der der juwi-Vorstand. "Und zwar durch hochwertigen Mischwald. Damit schaffen wir neuen Lebensraum, insbesondere auch für Fledermäuse."
Umfangreiche unabhängige Gutachten zu allen möglichen Auswirkungen der Windanlagen auf Umwelt, Natur und Menschen im Hunsrück wurden vor Beginn der Bauarbeiten erstellt. Diese kamen allesamt zu dem Schluss, dass der Bau der für die Energieversorgung einer ganzen Region wichtigen Windräder auch aus naturschutzrechtlicher Sicht zu verantworten ist. Auch deshalb begrüßt eine große Mehrheit der Bevölkerung in der Verbandsgemeinde Rheinböllen den Bau der Windparks.
Der Standort Ellern zählt zu den besten Binnenlandstandorten für Windenergie: Die erwarteten Erträge sind vergleichbar den an norddeutschen Küstenstandorten.
Weitere Informationen:
Standort Ellern Seibersbach/Dörrebach
Landkreis Rhein-Hunsrück Kreis Bad Kreuznach
Anlagenzahl 5 x E-126 / 3 x E-101 8 x E-101
Gesamtleistung 46,5 Megawatt 24 Megawatt
Jahresertrag 120 Mio. kWh 75 Mio. kWh
Gemeinsame Aspekte der beiden Standorte:
Inbetriebnahme Ende 2012
Strommenge ausreichend für über 50.000 Haushalte
Die Planungen sind im Gebiet der entsprechenden Flächennutzungspläne an Waldstandorten erfolgt. juwi hat die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn des Windparks erhalten. Der Bau des Windparks wird ökologisch begleitet. So wird sichergestellt, dass Naturschutz und Energiewende miteinander vereint werden. Die benötigte Rodungsfläche in Ellern beträgt etwa 5 Hektar, die überwiegend aus Fichtenmonokulturen bestehen. Insgesamt entspricht diese Fläche weniger als einem Promille des 9000 Hektar großen Soonwalds. juwi plant Ausgleichsmaßnahmen für die Rodung.












