Repowering bietet immenses Potenzial

Am Schneebergerhof im Donnersbergkreis hat juwi im November 2010 mit der E-126 von Enercon eine der leistungsstärksten Windenergie-Anlagen der Welt im Binnenland errichtet.

Matthias Willenbacher hätte keinen besseren Standort wählen können. Dort, wo der juwi-Vorstand vor 14 Jahren seine allererste Windenergie-Anlage errichtete, reckt sich mit einer Enercon E-126 eines der leistungsstärksten Binnenland-Windräder der Welt mit einer Gesamthöhe von 200 Metern majestätisch in die Höhe.

Rundblick der E 126 am Schneebergerhof

Gute Aussichten in Schneebergerhof

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 Wieder einmal ist der kleine Ort Schneebergerhof im Donnersbergkreis (Rheinland-Pfalz) Standort für ein Leuchtturm-Projekt geworden. Und erneut hat Willenbacher ein Zeichen gesetzt – dieses Mal nicht nur für die Windenergie im Binnenland insgesamt, sondern auch für das Repowering im Besonderen, also den Ersatz von älteren Windkraft-Anlagen durch neue, deutlichleistungsfähigere Maschinen.

Repowering-Projekt Winterborn im ARD-Mittagsmagazin
E-126 Windenergie-Anlage mit 6MW am Schneebergerhof
E-126 im Donnersbergkreis
E-126 in Winterlandschaft

Die E-126 von Enercon

Die E-126 ist die leistungsstärkste Windturbine des Anlagenherstellers Enercon (Stammsitz Aurich). Der Prototyp dieser Anlage wurde im November 2007 in Emden (Ostfriesland) in Betrieb genommen.

 

     Leistung: 6 Megawatt
  Nabenhöhe: 135 Meter
  Rotordurchmesser: 126 Meter
  Jahresenergieertrag:                  18 bis 20 Mio. Kilowattstunden

Lesen Sie hier die Geschichte des Windparks Schneebergerhof

Die Geschichte von Willenbachers erstem Windrad ist legendär.

Beseelt von der Idee einer sauberen Stromerzeugung startete der seinerzeit 26-Jährige die Realisierung der E-40 – und riskierte dafür sogar den Bruch mit seinem Vater. »Ich wollte ein Zeichen setzen. Als mein Vateraber erfuhr, dass das Windrad knapp eine Million D-Mark kosten sollte, war er strikt gegen das Projekt; er wollte mich vor einer ›großen Dummheit‹ bewahren«, erinnert sich Willenbacher. Der Vater sah schließlich, wie ernst es seinem Sohn war und wie schnell er die finanziellen Mittel zusammen hatte; er lenkte ein und unterstützte ihn nach Kräften. Heute blickt der Vater stolz auf seinen Sohn, auf juwi und auf den Schneebergerhof, auf dem mittlerweile fünf Windräder und eine Photovoltaik-Freiflächen-Anlage pro Jahr insgesamt mehr als 36 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom erzeugen.

Der größte Batzen kommt von der neuen Enercon E-126, die juwi im November 2010 ans Netz gebracht hat.

Die Sechs-Megawatt-Anlage mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und seinem mächtigen Rotor (Durchmesser: 126 Meter) liefert sauberen und preiswerten Windstrom für eine ganze Kleinstadt. Mehr als 18 Millionen Kilowattstunden schafft die E-126 pro Jahr; das reicht für mehr als 5.000 Drei-Personen-Haushalte. Die E-126 ist nicht die erste Repowering-Maßnahme am Schneebergerhof. Willenbachers Pionier-Windrad, eine Enercon E-40 (0,5 Megawatt Leistung), wich bereits im Jahr 2003 einer E-66 (1,8 MW). Die E-126 (6 MW) wiederum ersetzt eine andere E-66 (1,5 MW) auf dem Areal, die bereits 1997, seinerzeit als eine der ersten dieser Klasse, auf dem Schneebergerhof realisiert wurde.

Der Standort am Rande des Donnersbergs steht nicht nur beispielhaft für die Technologiesprünge der Windenergie, sondern auch für die Möglichkeiten des Repowerings.

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie, erkennt im Repowering ein »unglaubliches Potenzial zur Steigerung der Energieerträge und für die Akzeptanz der Windenergie«: Sein Credo: Bei einem sinnvollen und wohldurchdachten Repowering – das heißt leistungsstarke Windräder an guten Standorten – kann man künftig mit weniger Anlagen deutlich mehr sauberen Strom erzeugen als bisher. Beispiel Rheinland-Pfalz: juwi hat in einer Studie ermittelt, dass in diesem Bundesland spätestens 2030 der Strombedarf zu 100 Prozent miterneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Den größten Teil steuert in diesem Konzept mit über 40 Prozent die Windenergie bei. Aktuell beläuft sich ihr Anteil auf rund acht Prozent – erzeugt von rund 1.000 Windrädern. »Um diese enorme Steigerung zu schaffen, müssen wir die Zahl der Windräder keinesfalls erhöhen, im Gegenteil. Mit einem sinnvollen Repowering können wir die Zahl der Windräder sogar auf 500 halbieren und erzeugen dennoch ein Vielfaches der heutigen Strommenge«, erklärt Willenbacher. Und was für Rheinland-Pfalz gilt, gilt auch für Deutschland insgesamt.

Gute Windstandorte gibt es im Binnenland jedenfalls mehr als genug – in nahezu jeder Region.

Zentrale Offshore-Windparks weit draußen im Meer, davon ist auch juwi-Vorstand Fred Jung überzeugt, festigen lediglich das Monopol der Energiekonzerne. Durch die höhere Einspeisevergütung sowie durch die hohen Montage- und Folgekosten beispielsweise für den Netzausbau belasten sie zudem die Verbraucher. »Windenergie im Binnenland ist längst konkurrenzfähig zu konventionellem Strom und bietet noch immenses Potenzial – auch und vor allem für die regionale Wertschöpfung«, so Jung. »Denn jedes Windrad, jede Solar- und Bioeenergieanlage, die vor Ort Stromerzeugt, bringt der Region Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen und kurbelt so die Wirtschaft an. Dies funktioniert nur mit einem dezentralen Konzept.«

 

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