25.11.2020 / Blog, Menschen, Betriebsführung, Solar / Thomas Hoch

Zwischen Wirsing und Wechselrichtern

Das Thema „Work-Life-Balance“ darf heute in keiner Stellenanzeige mehr fehlen. Und wie sieht es dann in der Praxis aus? Clemens Rupröder hat bei juwi die Probe aufs Exempel gemacht und sich einen Traum verwirklicht.

„Ich komme aus dem Handwerk. Wenn da einer zum Chef gehen würde und sagen würde, er bleibt jetzt Freitag immer zu Hause, dann würde der sagen: Du kannst komplett zu Hause bleiben“, sagt Clemens Rupröder. Der Elektromeister, den sie bei juwi eigentlich nur mit seiner Schiebermütze kennen, war mehr als 20 Jahre mit einem Familienunternehmen im Ruhrgebiet selbständig. Er weiß also, wovon er spricht. Der Begriff Work-Life-Balance war damals für ihn eher ein Fremdwort.

2017 hat es ihn dann privat in ein kleines Dorf an die Nahe verschlagen – und beruflich aus der Selbstständigkeit heraus in die Festanstellung zu juwi nach Wörrstadt. Da er als selbständiger Elektromeister schon unzählige Solaranlagen installiert hatte, war er prädestiniert für den Job bei juwi. Seit 2017 arbeitet er in der juwi Operations & Maintenance und kümmert sich als Anlagenbetreuer um die technische Betriebsführung von großen Freiflächensolarparks. Das heißt konkret: Anlageninspektion vor Ort, Planung und Koordination von Wartungsarbeiten, Fehleranalyse und Behebung – oder einfach gesagt: alle Aufgaben, mit denen die Anlagenperformance erhalten und verbessert werden kann.

Dass er mit seiner Erfahrung zu den Experten in seinem Metier zählt, ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Nicht umsonst managt Clemens Rupröder immer wieder Sonderprojekte. Für einen Betreiber hat er ein komplettes Wechselrichter-Repowering durchgeführt, für einen anderen hat er einen umfangreichen Modultausch nach einem Blitzschaden koordiniert. Zu seinen Sonderprojekten kann man durchaus auch seine Auftritte als Referent in Webinaren von juwi zählen, in denen er dann Betreibern mit seinem ganzen technischen Know-how erklärt, in welchen Schritten ein solches Projekt umgesetzt wird, und wie sich der Austausch auf die Performance der Anlage ausgewirkt hat.

Ich habe eigentlich schon immer davon geträumt, Selbstversorger zu sein.

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Zum privaten Teil gehört: Der 50-Jährige lebt nun in einem Haus auf dem Land mit einem 2.000 Quadratmeter-Grundstück, das sich ideal für den Obst- und Gemüseanbau eignet – wenn man denn die Zeit dafür hat „Ich habe eigentlich schon immer davon geträumt, Selbstversorger zu sein. Ich koche und esse sehr gerne und weiß es sehr zu schätzen, gute, frische Lebensmittel direkt vor der Tür zu haben“, erzählt er.

Anfang des Jahres hat Clemens dann bei seiner Führungskraft Thomas Krämer mit dem Wunsch angeklopft, seine Arbeitszeit auf vier Tage die Woche zu reduzieren. Seine Vorgesetzten hatten Verständnis für sein Anliegen, die Personalabteilung ohnehin und dann ging alles ganz schnell: „In kürzester Zeit bekam ich von der Personalabteilung einen Anhang zum Arbeitsvertrag, das war alles sehr, sehr unkompliziert“, erzählt Clemens.

Es war keine Entscheidung gegen den Job, sondern eine für eine andere Balance in seinem Leben. Seine Arbeit, das betont er, macht ihm immer noch Spaß. Wenn er auf das Thema Solarenergie zu sprechen kommt, gerät er genauso ins Schwärmen wie beim Thema Gemüseanbau: „Im Jahr 1994 habe ich meinen ersten Wechselrichter montiert. Das war spannend, weil wir bis dahin immer nur Energie verteilt haben und nun das erste Mal auch eingespeist haben. Für mich ist das ist bis heute immer noch ein genialer Moment, wenn man eine Inbetriebnahme macht und dann merkt, jetzt bin ich Erzeuger.“
 

Wunschkombination für den Elektromeister

Seit März 2020 hat der Elektromeister also eine Viertage-Woche. „Der eine Tag mehr war genau das, war mir gefehlt hat.“ Den Freitag in der frischen Luft als Hobbybauer genießt der juwi-Mitarbeiter sehr. Und die Ergebnisse dieser Entscheidung kann er in seinem Garten, seiner Küche und in seinem Vorratsraum bewundern. Auf seinem Hof hält er Hühner, im Garten wachsen Äpfel, Kirschen, Johannisbeeren, Tomaten, Paprika, Zucchini, Bohnen, Kohl und vieles, vieles mehr. Die erste Ernte war gut, auch wenn er von der einen Sorte vielleicht noch zu viel und von der anderen eher zu wenig angebaut hat. Deshalb hat er sich auf eine Fähigkeit seiner Mutter besonnen und das Einwecken und Haltbarmachen von Lebensmitteln für sich entdeckt.

Über sein „Doppelleben“ zwischen Solarpark und Gemüsegarten sagt er: „Es ist ein Privileg. Ich genieße, dass es so ist. Da mir die Arbeit bei juwi auch noch Spaß macht, ist es umso besser.“ Clemens Rupröder hat Dank eines aufgeschlossenen Arbeitgebers für sich ganz offenbar die ideale Balance gefunden. Und mit der richtigen Balance beim Anbau von Zucchini, Tomaten und Wirsing wird es im kommenden Jahr bestimmt auch noch hinhauen.

Es ist ein Privileg. Ich genieße, dass es so ist.


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