07.12.2016 / Blog

Defekten Modulen auf der Spur

Mit Wärmebildkameras werden Mängel an Modulen in Solarparks sicher identifiziert.

Die juwi Operations & Maintenance GmbH wird in den kommenden beiden Jahren für den Solarparkbetreiber CEE circa 285 Megawatt mit Wärmebildkameras untersuchen. Warum diese Art der Fehlersuche bei Solarmodulen richtungsweisend ist, erklärt der juwi-Betriebsführungsexperte Maik Lojewski:

Maik, welche Möglichkeiten stecken denn in der thermografischen Untersuchung von Solarparks?

Mit der Thermografie lassen sich Fehler identifizieren, die über das normale Monitoring nicht zu erkennen sind: kaputte Zellen, defekte Dioden, Hot Spots, gebrochenes Glas, Modulstränge im Leerlauf. Ein Modul mit einer defekten Diode produziert beispielsweise rund 33 Prozent weniger Leistung. Wenn man davon ausgeht, dass bei einer Freiflächenanlage pro Megawatt etwa zehn Module defekt sind, dann kommt hier schnell eine ordentliche Summe an Minderleistung zusammen.

Hinzu kommt: Die Betreiber von Solarparks, die ihre Module mit einer Wärmebildkamera untersuchen lassen, können Mängel beim Hersteller reklamieren. Auch Serienfehler in der Produktion, wie sie bei quasi allen Herstellern schon einmal aufgetreten sind, können mit der Thermografie identifiziert und reklamiert werden. Die Kosten für diese sehr genaue Art der Fehleranalyse sind im Vergleich überschaubar: Als Richtwert kann man mit circa 1.000 Euro pro Megawatt kalkulieren. Wenn man bedenkt, dass man etwa zehn defekte Module in diesem Megawatt findet und die Module einen Wert von etwa 250 Euro haben, kann sich jeder das Kosten-Nutzen-Verhältnis leicht ausrechnen.

Wichtig ist auch: Das Verfahren lässt sich für quasi alle Modultypen einsetzen. Bei Dünnschichtmodulen ist der Erfahrungsschatz anderer Dienstleister allerdings noch sehr begrenzt. Hier haben wir zusammen mit unserem Partner, der HaWe Engineering, sicher eine Ausnahmestellung: juwi und HaWe haben schon viele Megawatt Dünnschichtmodule von First Solar mit der Wärmebildkamera erfolgreich untersucht. Die im Thermogramm auffälligen Module wurden durch Kennlinien-Messungen und so genanntes Flashen  überprüft und die Ergebnisse damit bestätigt. So können wir anhand der Thermogramme eindeutig sagen, ob ein Modul eine signifikante Minderleistung hat. Das beherrschen wir wie kein anderer.

Ich bin überzeugt, dass eine jährliche thermografische Untersuchung von Solarparks für jeden Betreiber eine gewinnbringende Investition ist. Die Resonanz auf unser Angebot ist jedenfalls sehr gut und viele Betreiber haben sich schon für die jährliche Thermografie entschieden.


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