03.03.2021 / Blog, Wind, Solar, Betriebsführung / Thomas Hoch

„Arbeitsschutz muss auf der Anlage gelebt werden“

Die CEE ist nicht nur einer der größten Betreiber von Wind- und Solarparks in Deutschland und anderen europäischen Ländern sondern auch Vorreiter beim Thema Arbeitssicherheit. COO Christian Bertsch erklärt im Interview, warum das Thema so wichtig ist.

Warum hat für die CEE als Betreiber von Wind- und Solarparks das Thema Arbeitssicherheit eine so große Bedeutung?

Verantwortungsvolles und risikobewusstes Investieren und entsprechendes Anlagemanagement sind der Kern unserer Tätigkeit und seit mehr als 20 Jahren ein wesentlicher Bestandteil unseres Unternehmenserfolgs. Als einer der größten Betreiber für Solar- und Windkraftanlagen in Europa tragen wir Verantwortung für die uns anvertrauten Werte sowie für unsere eigenen Mitarbeiter wie auch für die Mitarbeiter unserer Partnerunternehmen. Arbeitssicherheit ist dadurch ein Kernelement unserer Unternehmenskultur geworden. Von der Geschäftsführungsebene, den Führungskräften, den Asset Managern bis hin zu unseren Technikern im Feld sind bei uns alle für die Umsetzung unserer HSS&E-Grundsätze verantwortlich. 

Auf welche Themen legen Sie ein besonderes Augenmerk, oder anders gefragt: Wo sehen Sie die wesentlichen Arbeitssicherheits-Risiken beim Betrieb von Wind- und Solarparks?

Eine gründliche Vorplanung der Tätigkeiten für den jeweiligen Arbeitstag ist aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein für die Arbeitssicherheit. Insbesondere dann, wenn mehrere Teams gemeinsam auf einer Baustelle tätig sind. Auch eine sorgsame vorherige Risikobewertung und die Überlegung, welche Schutzmaßnahmen für die Tätigkeiten erforderlich sind, erhöhen die Sicherheit. Wir nutzen bei der Risikobewertung ein international erprobtes Barrieren-Konzept. Dieses System basiert auf den drei Hauptgefahren Gravitation, Elektrizität und Mechanik, der Klassifikation der Risiken und der Identifikation von Schutzbarrieren.  
Wichtig ist uns aber vor allem, dass Arbeitsschutz kein Papiertiger ist, sondern auch tatsächlich vor Ort auf der Anlage gelebt wird. Zum Beispiel durch unser Safe Work Observation Programm möchten wir kooperativ mit unseren Partnern wie juwi auf den Anlagen genau das erreichen.  

Auf welche Bereiche wirken sich die Vorgaben im Tagesgeschäft aus?

Von unseren technischen Dienstleistern wie juwi wünschen wir uns, dass sie unsere eigenen Asset Manager bei der Vorbereitung von High-Risk-Tätigkeiten verstärkt einbinden. Das gilt insbesondere bei Arbeiten, die nicht häufig geschehen, wie zum Beispiel dem Tausch einer Trafostation. Wir möchten uns als aktiver Betreiber im Vorfeld solcher Tätigkeiten ein Bild davon machen können, ob hier Arbeitssicherheit „on-the-ground“ Anwendung findet. Sind die Risiken der Arbeitsschritte sorgfältig bewertet? Welche Schutzmaßnahmen sind vorgesehen? Gab es ausreichend Abstimmung zwischen den Gewerken? Liegen auch bei juwis Nachunternehmern ausreichende Qualifikationen vor? 
Zu diesen Fragestellungen möchten wir uns vor dem Beginn der Tätigkeiten mit unseren Dienstleistern abstimmen. 

Gab es für Sie ein Schlüsselerlebnis, einen besonderen Vorfall, der ihnen die Bedeutung des Themas Arbeitssicherheit vor Augen geführt hat?

Wie in jeder anderen Branche gibt es auch in der Wind- und Solarindustrie Arbeitsunfälle. Aber unabhängig von konkreten Ereignissen ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeitssicherheit für uns ein wichtiger Baustein, um unserem eigenen Anspruch an verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln gerecht zu werden. Wir haben deshalb Ende 2018 die Entwicklung und Einführung eines HSS&E Management-Systems beschlossen, das die Bereiche Gesundheits- und Arbeitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz umfasst. Für uns, wie auch für unsere Dienstleister, die wir auf diesem Weg mitnehmen möchten, brachte das einige Umstellungen mit sich und wir sind stolz darauf, dass wir bereits im Oktober 2020 die Zertifizierung nach DIN EN ISO 45001 für unser Arbeitsschutzmanagementsystem erreichen konnten. 

Wie erleben Sie die juwi Operations & Maintenance als Partner beim Thema Arbeitssicherheit?

Die juwi-Betriebsführung ist aus unserer Sicht sehr gut aufgestellt und hat die erforderlichen Dokumentationen wie zum Beispiel Qualifikationsnachweise, Gefährdungsbeurteilungen sowie Schaltplanungen vor der Umsetzung sowohl allen Arbeits- und Projektverantwortlichen als auch der CEE als Betreiber des Solarparks bereitgestellt. Diese gewissenhafte Vorbereitung als auch der vor Ort im Zuge von Sicherheitsbegehungen von Baustellen gewonnene Eindruck zeigen uns den hohen Stellenwert der Arbeitssicherheit bei juwi als unserem technischen Betriebsführer mehrerer Parks.


Als einer der großen Betreiber arbeiten sie mit verschiedenen Betriebsführungsunternehmen zusammen. Wie gehen die mit ihren hohen Anforderungen um?

Alle Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, betreiben ein Arbeitssicherheits-Management-System - allerdings in ganz unterschiedlichen Ausprägungen.
Letztlich geht es doch nur darum, die Pflichten eines Unternehmers hinsichtlich Auswahl, Qualifikation und Kontrolle seiner Mitarbeiter und die Anforderungen an den Arbeitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz nachweislich zu erfüllen, also auf geeignete und nachvollziehbare Weise festzustellen und zu dokumentieren. Wir betrachten das als partnerschaftliche Aufgabe, bei der auch die aktive Rolle des Betreibers wichtig ist.
Wir freuen uns über den kooperativen Ansatz, den wir mit juwi bei diesem Thema – wie auch in der sonstigen Zusammenarbeit – gefunden haben. Wir haben von juwi schon einige Anregungen zur Verbesserung unseres Systems erhalten und denken, dass wir vielleicht auch einige Impulse geben konnten, die einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitssicherheit liefern konnten


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