28.09.2021 / Blog, Menschen, Betriebsführung / Thomas Hoch

Strom für Altenburg

Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat ein Team der juwi Operations & Maintenance vor Ort angepackt und für eine ganze Gemeinde den Strom zurück in die Häuser gebracht.

„Selbst wenn man die Fernsehbilder gesehen hat, ein solches Ausmaß an Zerstörung konnte ich mir vorher nicht vorstellen“, erzählt Uwe Döbell. Der juwi-Mitarbeiter hatte sich nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 spontan freigenommen, um im Ahrtal bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Es waren nicht zuletzt seine Eindrücke, die er von diesem Freiwilligeneinsatz mitgebracht hatte, die daraus dann ziemlich schnell eine größere, von juwi getragene Hilfsaktion machten. 

„Ich habe gesehen, dass hier dringend elektrotechnische Fachleute wie wir benötigt werden“, erzählt Uwe, der bei der juwi Operations & Maintenance ein Team von technischen Solarexperten leitet. Ganze Dörfer waren ohne Strom, Elektromeister und Elektrotechniker dringend gesucht. Bei juwi stieß Uwe mit seiner Idee auf offene Ohren. „Für uns war schnell klar, dass wir als Unternehmen diese Hilfsaktion unterstützen und dafür alles bereitstellen, was notwendig ist – also neben unseren Fachleuten auch Fahrzeuge, Werkzeuge, Material und Verpflegung für die Einsatzkräfte“, erzählt Jörg Blumenberg, der Geschäftsführer der juwi Operations & Maintenance.

Auf der Suche nach dem Einsatzort

Nun ist ein solcher Einsatz in einem Katastrophengebiet etwas völlig anderes als alles, was man aus dem normalen Leben so kennt. Allein den passenden Einsatzort für die konkrete Hilfe festzulegen, war schwieriger als gedacht. Bei den offiziell zuständigen Hilfshotlines erhielt Uwe erst einmal eine Absage nach der anderen. „Ich wusste aber, dass gerade auch im elektrotechnischen Bereich dringend Hilfe gebraucht wird. Deshalb haben wir einen kleinen Vortrupp gebildet, der die Lage für einen möglichen Einsatz vor Ort klären sollte“, erzählt er. „Das war die absolut richtige Entscheidung.“

Das juwi-Team landete schließlich in Altenburg, einem der am stärksten betroffenen Orte überhaupt. Dort war quasi die gesamte Gemeinde von der Flut überschwemmt. Nachdem sich Uwe und seine beiden Kollegen vor Ort durchgefragt hatten, war sehr schnell klar, dass sie wie gerufen kamen. Der Netzbetreiber Westnetz arbeitete zwar daran, die Stromversorgung für das Dorf und die einzelnen Hausanschlüsse wiederherzustellen. Aber damit der Strom auch in den Haushalten genutzt werden konnte, brauchte es Elektriker, die von Haus zu Haus gehen und die hausinterne Elektroinstallation überprüften und provisorisch nutzbar machten.  
Hierzu wurden die Verteilerschränke und Zuleitungen vom Hausanschluss überprüft, neue Sicherungseinrichtungen eingebaut und jedes Haus erhielt als Grundversorgung zwei neue 230 Volt und eine 400 Volt Steckdose. 
 

Hilfe für 103 Haushalte

Für die Verantwortlichen in Altenburg war die unerwartete Hilfe aus Wörrstadt deshalb ein Glücksfall: Es dauerte nicht sehr lange, da hatte das juwi-Team die komplette Verantwortung für die provisorische Herstellung der Hausanschlüsse übernommen. Ein nach der Flut geräumtes Seniorenheim wurde zum Lagezentrum umfunktioniert, von dort konnten die Arbeiten koordiniert werden. Mehr noch: Hier hatten die Helfer, die oft über mehrere Tage vor Ort im Einsatz waren, auch eine Unterkunft für die Nacht gefunden.

Nachdem also der Rahmen für den Einsatz geklärt war, konnte das juwi-Team vor Ort sukzessive aufgestockt werden. Bis zu 15 juwi-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren zeitweise in Altenburg im Einsatz und sorgten in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber Westnetz dafür, dass alle Haushalte in Altenburg wieder mit Strom versorgt werden. Für insgesamt 103 Familien konnte so eine Notstromversorgung installiert werden und binnen einer Woche hatten die Menschen wieder den dringend benötigten Strom. „Es war ein gemeinsamer Kraftakt der hier durch uns koordiniert und durchgeführt wurde, an dem in Spitzenzeiten 52 Elektriker sowohl von juwi als auch aus Betrieben aus der Region und freiwillige Helfergruppen im Einsatz waren“, berichtet Uwe Döbell. Nicht nur ihm wird dieser Einsatz noch sehr lange in Erinnerung bleiben. 


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