Wir planen passgenau für jeden Standort

Die richtige Anlage am richtigen Standort mit sehr guten Winderträgen und optimaler Wirtschaftlichkeit. Das ist die Zielvorgabe, auch und insbesondere für Windparks im anspruchsvollen Gelände.

Jeder Projektstandort weist ein eigenes Profil auf. Windgeschwindigkeiten, Topografie, Planungsgrundlagen: juwi kennt sich mit den verschiedensten Gegebenheiten aus und nutzt neueste Methoden für die Bewertung von Windflächen.

Phase 1: Planung und Genehmigung

Windenergie-Projekte sind komplexe Vorhaben. Neben dem technischen Fachwissen sind kaufmännisches und juristisches Know-how gefragt. 

Suche eines Standorts

Windräder können nicht einfach irgendwo in die Landschaft gebaut werden. Gemeinden und die Träger der Regionalplanung können die Genehmigung von Anlagen durch die Ausweisung geeigneter Flächen – sogenannter Vorrangflächen oder Eignungsgebiete – räumlich steuern.

Aber nicht jede Fläche, die besonders windhöffig ist, wird auch für die Windkraft freigegeben. Denn neben Vorranggebieten können die Verantwortlichen auch Ausschlussgebiete definieren. So dürfen beispielsweise in Nationalparks, Kernzonen von Biosphärenreservaten, Naturschutzgebieten, in Schutz- und Bannwäldern, oder Gebieten von besonderer kultureller und historischer Wertigkeit keine Windenergie-Anlagen aufgestellt und betrieben werden. 

Wir identifizieren potenzielle Standorte und vereinbaren mit Flächeneigentümern eine Nutzung ihrer Grundstücke. Pacht- und Nutzungsverträge sind die Grundlage für jedes Windprojekt – und der Startschuss für die Planung im Detail: Wir prüfen Abstände u.a. zu Wohnsiedlungen und Verkehrswegen. Wo genau sollen die Anlagen stehen, welche Wege sind für den Transport geeignet, wo wird der Strom ins Netz eingespeist? 

In vielen Fällen führen wir in der Frühphase von Projekten eigene Windmessungen über einen Zeitraum von rund einem Jahr durch, um so eine verlässliche Prognose für den Windertrag zu erhalten. Dabei setzen wir auf moderne Messmethoden, wie das LiDAR-Verfahren, ein laserbasiertes Messverfahren. So erhalten wir ein exaktes Abbild der lokalen Windverhältnisse. 

Noch bevor der Genehmigungsantrag gestellt wird, muss der Anlagentyp ausgewählt werden. juwi arbeitet mit allen führenden Anlagenherstellern zusammen und kann so für jeden Standort die geeignete Anlage auswählen.

Begutachtung des Standortes

Zeitlich und inhaltlich anspruchsvoll ist das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Darin klärt juwi beispielsweise Fragen des Natur- und Artenschutzes sowie des Schalls und des Schattenwurfs. Um eine Genehmigung für eine Windenergieanlage zu erhalten, müssen zahlreiche Vorschriften erfüllt werden. So ist beispielsweise die zulässige Schallimmission, also die Lautstärke, die bei den Anwohnern ankommt, streng geregelt.  In einem reinen Wohngebiet darf sie nachts nicht höher als 35 Dezibel liegen, in allgemeinen Wohngebieten liegt die Obergrenze bei 40 Dezibel. Das entspricht zum Beispiel dem Geräuschpegel eines Computerlüfters.   

Einen wesentlichen Teil in jedem Genehmigungsverfahren nimmt der Natur- und Artenschutz ein. Jedem Windenergieprojekt gehen umfangreiche Untersuchungen vor Ort voraus, die durch Fachgutachter durchgeführt werden.

Teilnahme am Ausschreibungsverfahren

Wenn sämtliche Unterlagen vorliegen, stellen wir einen Antrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und begleiten das Verfahren. Die BImSchG-Genehmigung ist der Schlüssel zum Erfolg und Basis für den Zuschlag in der Ausschreibungswelt. Seit 1. Januar 2017 gilt für Windenergieprojekte an Land ein Bieterverfahren. Jährlich wird eine Windenergieleistung (in Megawatt) von der Bundesnetzagentur ausgeschrieben und jeder Projektinhaber kann sich bewerben, wenn er eine rechtskräftige Genehmigung besitzt. Sobald ein Projekt sich im Bieterverfahren durchgesetzt hat, kümmern sich unsere Finanzierungsexperten um die Suche nach Investoren und die Finanzierung baureifer Projekte. Zu unseren Investoren zählen regionale Energieversorger, private Investoren und Energiegenossenschaften, Bürger und Kommunen.
 

Phase 2: Installation und Netzanschluss

Liegt die Genehmigung nach BImSchG und der Zuschlag im Bieterverfahren vor, beginnt die Realisierung der Anlage: Wege werden ausgebaut, Kabel verlegt, das Fundament gegossen, die Anlagenelemente angeliefert, Turm, Gondel und Rotorblätter montiert. 

Vorbereitung der Flächen

Zu Beginn der Realisierungsphase müssen die Flächen vorbereitet werden, auf denen die Windenergieanlagen später errichtet werden sollen. Auf Ackerflächen heißt das vor allem: Der Boden muss ausgehoben werden. Die Erde wird entweder zwischengelagert und anschließend wieder genutzt oder fachgerecht entsorgt. In Waldgebieten arbeiten wir stets eingriffsminimierend. Wo möglich, planen wir auf vorgeschädigten Bereichen, auf Windwurf- oder forstwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen.  Ein Teil der gerodeten Bereiche wird nach Fertigstellung vor Ort wieder zurück gebaut und aufgeforstet, für den übrigen Teil gibt es an anderer Stelle Kompensationsmaßnahmen. Rodungsarbeiten dürfen mit Rücksicht auf die Fauna nur in einem Zeitfenster von Anfang Oktober bis Ende Februar erfolgen.

Streckenplanung und Baustellenlogistik

Auch die Wege müssen gegebenenfalls befestigt und auf circa vier Meter verbreitert werden. Hierüber findet dann die Anlieferung des Materials und der Komponenten statt. Das Fundament einer Windenergieanlage besteht aus circa 1.000 Kubikmetern Beton. Nachdem der Beton rund einen Monat ausgehärtet ist, kann mit dem Bau des Turms begonnen werden. 

Dazu müssen sowohl die Turmteile als auch später Rotorblätter und Gondel zum Windpark transportiert werden. Damit dies reibungslos funktioniert, werden vorab eigens Streckenstudien für den gesamten Lieferweg erstellt. Für besonders knifflige Fälle gibt es spezielle Lösungen. So besteht seit einigen Jahren mit ferngesteuerten Selbstfahrern die Möglichkeit, auch Strecken mit besonders engen Kurvenradien zu meistern.

Zusammenbau der Komponenten

Der Aufbau der eigentlichen Anlage inklusive der Turmteile dauert in der Regel zwischen zwei und vier Monaten. Dazu werden Spezialkräne eingesetzt, die für einen sicheren Aufbau in Höhen von weit über 100 Metern sorgen. Für die Montagephase müssen Zeiten mit eher schwachem Wind genutzt werden. Wenn dann das letzte Rotorblatt montiert ist, ist der krönende Abschluss die Inbetriebnahme der Anlage.

Energie ins Netz

Der Anschluss des Windparks erfolgt über eine unterirdische Kabeltrasse bis zum nächstgelegenen Netzverknüpfungspunkt (dies kann ein Umspannwerk oder ein Strommast sein), in dem das Spannungsniveau auf das des Hochspannungsnetzes (i.d.R. 110 -220 kV) transformiert wird. Beim Verlegen der Kabeltrassen wird darauf geachtet, dass der Eingriff in die Natur und Landschaft so gering wie möglich ist und dass die Flächen im Anschluss ohne Einschränkungen wieder nutzbar sind.

Phase 3: Produktion & Betriebsführung

Moderne Windenergieanlagen sind darauf ausgelegt, über 20 Jahre und mehr sauberen Strom zu produzieren. 

Betrieben werden die Anlagen häufig von Stadtwerken, aber auch private Investoren und Energiegenossenschaften produzieren damit Strom, der in das Netz eingespeist wird. Fast immer übernimmt juwi nach dem Bau der Anlagen auch die Betriebsführung der Anlagen. 

Regelmäßige Wartung für ein Optimum an Leistung

Wir sorgen als Betriebsführer dafür, dass die Windenergieanlagen regelmäßig nach den vorgeschriebenen Intervallen gewartet werden. Zudem ist jede Windenergieanlage mittels Fernüberwachung mit unserer modernen Leitwarte verbunden, die sofort auf Fehlermeldungen reagiert. Da es auch für Standorte mit niedrigeren Windgeschwindigkeiten inzwischen speziell ausgelegte Anlagen gibt, erreichen diese im Jahr häufig zwischen 7.000 und 8.000 Betriebsstunden – bei maximal 8.760 möglichen Stunden im Jahr.

Für jedes Windenergieprojekt gibt es Kompensationsmaßnahmen, die entweder im unmittelbaren Umfeld der Windenergieanlagen stattfinden oder aber auf Flächen in der Umgebung. An Waldstandorten wird ein Teil der für den Bau benötigten Fläche nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgeforstet – und zwar in der Regel mit höherwertigem Baumbestand.  Zudem gibt es sehr viele Ausgleichsmaßnahmen bei denen zusätzlich Lebensräume für Wildkatzen, Fledermäuse und andere Tiere geschaffen werden. 

Garantierter Rückbau

Am Ende der Betriebszeit werden alle Windenergieanlagen komplett zurück gebaut und der Untergrund in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Das gilt auch für die Kranstellfläche. Das Fundament für eine Windenergieanlage reicht bis zu drei Meter tief in den Untergrund und wird beim Rückbau vollständig entfernt. Damit die Finanzierung des Rückbaus gewährleistet ist, verpflichtet sich juwi im Gestattungsvertrag mit dem Flächeneigentümer, für die Rückbaukosten eine Bankbürgschaft zu hinterlegen. Zusätzlich verlangt die Genehmigungsbehörde eine Bankbürgschaft für diese Kosten. Es ist daher ausgeschlossen, dass der Abbau der Windenergieanlage an den Kosten scheitert. 

Zweitverwertung für alte Windkraftanlagen

Die Windenergie-Anlagen selbst kommen nach dem Abbau häufig im Ausland noch einmal für viele weitere Betriebsjahre zum Einsatz. Zudem lassen sich moderne Windräder fast vollständig verwerten. Die derzeitige Recyclingquote liegt bei 80 bis 90 Prozent der Gesamtanlage.


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