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Gute Gründe

Es gibt viele gute Gründe für den Ausbau der Windenergie. Sie ist die wichtigste Energiequelle im deutschen Strommix und gemeinsam mit der Photovoltaik die kostengünstigste Form der Stromgewinnung. Sie ist aktiver Klima- und Artenschutz und wichtigstes Instrument auf dem Weg hin zur Klimaneutralität des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Für die Standortkommunen generiert sie verlässliche Einnahmen für ihre Bürgerinnen und Bürger, für Waldbesitzer planbare Pachteinnahmen für den anstehenden Waldumbau. 

Daten und Fakten

29608

Windenergie-Anlagen

Windenergie-Anlagen

29.608 Windenergie-Anlagen produzieren in Deutschland klimaneutralen Strom für Industrie, Kommunen und Privarhaushalte (Stand: 31.12.2020).

54938

Megawatt

Megawatt

Die installierte Leistung aller Windräder in Deutschland beträgt 54.938 Megawatt (Stand: 31.12.2020). Zusammen produzierten sie 2020 mehr als 100 Terrawattstunden sauberen Strom.

66000000

CO2-Einsparung (t)

CO2-Einsparung (t)

Mehr als 66 Mio. Tonnen CO2- Emissionen konnten im Jahr 2020 unter Be­rück­sich­tigung der Vor­ketten durch Wind­energie ver­mieden werden.

Häufige Fragen zur Windenergie

Können erneuerbare Energien die Grundversorgung garantieren?

Ja, der Mix aus verschiedenen Energieträgern macht es möglich.

Die Erzeugung von Wind- und Solarstrom unterliegt witterungsbedingten Schwankungen. Für diese Herausforderung gibt es allerdings Lösungen: kombinieren, verteilen, speichern. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, eine verlässliche Grundversorgung durch Windenergie zu gewährleisten: Zum Beispiel durch den bundesweiten Ausbau der Windenergie, die Kombination mit anderen erneuerbaren Energiequellen, der weitere Ausbau von Speichertechnologien oder die Kombination mit flexiblen Gaskraftwerken. Denn meist scheint entweder die Sonne oder der Wind weht, so dass an fast allen Tagen im Jahr ausreichend Energie geliefert werden kann. Aus Biomasse, Wasserkraft und Geothermie kann wetterunabhängig immer Strom gewonnen werden. So können naturbedingte Schwankungen bei der Einspeisung von Windenergie ausgeglichen werden. In keiner Weise gefährdet der Ausbau der Windkraft die Grundversorgung.

Quelle:
Agentur für Erneuerbare Energien (2015): Die neue Stromwelt - Szenario eines 100% erneuerbaren
Stromversorgungssystems.

Agora Energiewende (2020): Klimaneutrales Deutschland: In drei Schritten zu null Treibhausgasen bis 2050 über ein Zwischenziel von -65% im Jahr 2030 als Teil des EU-Green-Deals.

Sind erneuerbare Energien teuer?

Wind- und Solarenergie-Anlagen produzieren bereits heute günstigeren Strom als neue
Kohle-, Gas-, oder Atomkraftwerke.

Strom aus Wind- und Solaranlagen sind bei Vollkostenbetrachtung die kostengünstigste Form der Stromgewinnung. Das haben die Ausschreibungsergebnisse der Bundesnetzagentur gezeigt. Demnach produzieren beide Technologien für rund sechs Cent die Kilowattstunde klimafreundlichen Strom. Weil zudem in den kommenden Jahren immer mehr Altanlagen aus der Förderung fallen, ist künftig auch nicht mit einem spürbaren Anstieg der so genannten EEG-Umlage zu rechnen.
Unabhängig von der Energiewende müssten in den kommenden Jahrzehnten rund 40 Prozent der deutschen Stromerzeugungskapazitäten ersetzt werden. Darunter sind neben den Atommeilern auch viele alte Kohlekraftwerke. Diese mit der gleichen Technologie ersetzten zu wollen, wäre sehr viel teurer und stände im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesrepublik.

Quellen:
Agentur für Erneuerbare Energien. Renews Spezial. Kosten und Preise für Strom (2014)

Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Stromgestehungskosten für Erneuerbare Energien 2018.

Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Was Strom wirklich kostet

Lazard. Levelized Cost of Energy and Levelized Cost of Storage -2 020.

Wer entscheidet, welche Flächen für Windenergieanlagen ausgewiesen werden?

Die generellen Ziele werden von der Landesregierung in einem Landesentwicklungsprogramm festgelegt. Dieses ist die Basis für die nachgelagerte Raumordnungsplanung, hier werden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Windenergie ausgewiesen. Zudem besteht  Baurecht nach § 35 Absatz 1 Nr. 5 Baugesetzbuch (BauGB). Hiernach  gehört ein der Nutzung der Windenergie dienendes Vorhaben zu den sog. privilegierten Vorhaben im Außenbereich. Das bedeutet, dass Windenergie-Anlagen bauplanungsrechtlich im Außenbereich zulässig sind, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die ausreichende Erschließung gesichert ist. die nachgelagerte Raumordnungsplanung, hier werden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Windenergie ausgewiesen.

Welche Fläche wird für eine Windenergie-Anlage benötigt?

Insgesamt wird etwa eine Fläche von rund einem Hektar für den Bau einer modernen Windenergieanlage benötigt. Nur ein Teil dieser Fläche wird für die Betriebsdauer offen gehalten. Mehr als die Hälfte der Fläche wird nach Inbetriebnahme wieder bepflanzt, der Rest an überbauter Fläche wird an anderer Stelle durch Naturschutzmaßnahmen, z.B. Aufforstungen wieder ausgeglichen. Je nach Anlagentyp und topographischen Bedingungen kann die in Anspruch genommene Fläche auch größer ausfallen.

An Forststandorten kann zudem oftmals auf die bestehende Wegeinfrastruktur zurückgegriffen werden. Bestehende Wege müssen allerdings ertüchtigt werden und ein Lichtraumprofil von ungefähr sechs Metern aufweisen.

Sind Windenergie-Anlagen sicher?

Windenergie-Anlagen gehören zu den sichersten Bauwerken.

Windkraft-Anlagen werden in Deutschland auf Basis der Richtlinie des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) typengeprüft und genehmigt. Diese Typenprüfung bildet die Basis für Baugenehmigungen. Während der Aufstellung findet eine Bauüberwachung statt. Mit Inbetriebnahme werden alle Komponenten, die den Betrieb und die Sicherheit beeinflussen können, abgenommen. Alle zwei bis vier Jahre findet in der Betriebsphase die wiederkehrende Prüfung statt. Dabei wird der Anlagenzustand durch anerkannte Sachverständige im Hinblick auf Sicherheit und ordnungsgemäße Wartung untersucht. Turnusmäßig werden zudem Steuerelemente, Rotorblätter, Triebstrang und alle weiteren sicherheitsrelevanten Verschleißteile geprüft. Auch die niedrigen Versicherungsprämien für Haftpflicht (rund 60 Euro im Jahr) und die Tatsache, dass die Versicherung für Maschinenbruch- und Ertragsausfallversicherung in der Regel in die Service- bzw. Wartungsverträge einkalkuliert sind, weisen darauf hin, dass die Schadenquoten absolut gering sind. Etablierte Abstände zu Wohnbebauungen und Straßen gewährleisten größtmöglichen Schutz.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.
 

Wie hoch ist die Brandgefahr bei Windenergie-Anlagen?

Brände von Windenergie-Anlagen sind äußerst selten. Nach einer aktuellen
Veröffentlichung der Landesenergieagentur Hessen aus dem Jahr 2018 gab es in Deutschland an Land zwischen 2005 und 2015 insgesamt 62 Brandvorfälle (Vollbrände, Kleinbrände oder Schwelbrände). Bezogen auf den Gesamtanlagenbestand von über 17.500 Anlagen (2005), beziehungsweise mehr als 25.800 Anlagen (2015), liegt der Anteil von Brandereignissen an Windrädern pro Jahr in einem Bereich von lediglich 0,01 bis 0,04 Prozent. Die für die Konstruktion von Windenergie-Anlagen verwendeten Baustoffe bestehen größtenteils aus nicht brennbaren Materialien (Metalle und Stahlbeton). Jede einzelne Anlage wird rund um die Uhr von einer Leitwarte aus mittels aufgeschalteter Sensoren überwacht. Im Falle einer Störung wird die Anlage automatisch stillgesetzt und die zuständige Feuerwehr durch die Leitwarte verständigt. Die Einsatzkräfte rücken dann zum Standort aus, sichern das Umfeld der Windenergie-Anlage und Verhindern das Übergreifen des Brandes auf die Umgebung.

Quelle: Bürgerforum Energieland Hessen. Faktencheck: Sicherheit von Windenergieanlagen. Kurzdokumentation.

Können Blitzeinschläge zu Schäden und Bränden an Windenergie-Anlagen führen?

Schäden an Windenergie-Anlagen durch Blitzschlag sind sehr selten, da Windenergie-Anlagen mit einem Blitz- und Überspannungsschutz ausgestattet sind.
Windenergie-Anlagen sind aufgrund ihrer Höhe, Komplexität und der exponierten Lage besonders gefährdet, vom Blitz getroffen zu werden. Vordringlichstes Ziel ist daher die Vermeidung von Blitzschäden. Das Blitzschutzsystem einer Windenergie-Anlage besteht aus dem äußerem Blitzschutzsystem und dem Überspannungsschutz. Der äußere Blitzschutz wird durch Fangeinrichtungen sowie Ableiter realisiert, die den Blitzstrom über definierte Wege in die Erde ableiten. Dieses System ist vergleichbar mit dem Blitzableiter an Wohnhäusern.

Kann sich Eis an den Flügeln der Windräder bilden?

Windräder sind mit einer automatischen Eiserkennung ausgestattet und gehen erst
wieder in Betrieb, wenn die Rotorblätter eisfrei sind.

Im Winter können am Anlagenstandort Bedingungen vorherrschen, welche zur Bildung einer Eisschicht
auf den Rotorblättern der Windenergie-Anlage führen. Um zu verhindern, dass diese abgelagerten
Eisschichten in Form von Bruchstücken weggeschleudert werden, wird jede Windenergie-Anlage mit
einem Überwachungssystem zur Eiserkennung ausgestattet. Dieses Überwachungssystem überprüft
ständig das Schwingungsverhalten der Blätter und erkennt mögliche Veränderungen durch anhaftende
Eisschichten. Die Anlage wird in Folge dessen automatisch stillgesetzt. Ein Wiederanfahren der Anlage
für den Produktionsbetrieb ist erst dann wieder möglich, wenn das System keine kritischen, am
Rotorblatt anhaftenden Eismassen mehr detektiert. Somit ist ein Eiswurf bei modernen Windenergie-
Anlagen nicht möglich. Man spricht hier von Eisabfall. Das Herabfallen von Eisstücken von einer
stehenden Windenergie-Anlage ist mit der Situation an Strommasten vergleichbar und beschränkt sich
auf das direkte Umfeld unter der Windenergieanlage.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr.

Sind Windrad-Betreiber versichert?

Jeder Betreiber eines Windrades besitzt eine Betreiberhaftpflichtversicherung, eine
Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherung und einen Vollwartungsvertrag mit dem
Hersteller – denn ohne Versicherungen und Vollwartungsvertrag gibt es keine Kreditvergabe
durch finanzierende Banken.
Die jährliche Deckungssumme der Haftpflichtversicherung beträgt in der Regel fünf Millionen Euro pro
Windrad. Die Betreiberhaftpflicht deckt alle Schäden von Dritten ab. Niemand bleibt im
unwahrscheinlichen Fall eines Schadens auf diesem sitzen. Die
Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherung sichert die Windenergie-Anlage gegen Schäden ab (z.B.
gegen Blitzschlag, Hagel etc.).
Entstehen während der Laufzeit am Windrad selbst Schäden durch Verschleißerscheinungen,
beispielsweise am Getriebe, so sind diese immer durch einen Vollwartungsvertrag abgedeckt. Dieser
wird zwischen Betreiber und Anlagenhersteller über die Dauer von 20 Jahren abgeschlossen und
beinhaltet regelmäßige Wartungsintervalle. Zusätzlich werden auftretende Schäden vom
Windradhersteller behoben. Sind längere Reparaturen notwendig wird der durch die Stillstandszeiten
verursachte Ertragsausfall des Betreibers vom Windradhersteller beglichen. Das eingebrachte
Eigenkapital der Kommanditisten (Bürger) wird in keinem Fall zur Begleichung von Schäden oder
bei Haftungsfällen herangezogen!

Wie laut sind Windenergieanlagen?

Für Windenergieanlagen gibt es klare baurechtliche Vorschriften, die Grenzwerte für die erlaubten Geräuschpegel festlegen und in der "Technischen Anleitung zum Schutz vor Lärm" (TA-Lärm DIN-ISO 9613-2) festgehalten sind. Die zulässige Geräuschbelastung durch Windenergieanlagen liegt zwischen 35 Dezibel in reinen Wohngebieten und 45 Dezibel in Mischgebieten. 35 Dezibel entsprechen in etwa einem menschlichen Flüstern. 45 Dezibel kann man mit üblichen Geräuschen in einer Wohnung vergleichen.

Der Bau von Windenergieanlagen ist an die sehr strengen Anforderungen der TA-Lärm gebunden. In  Gutachten muss nachgewiesen werden, dass diese Anforderungen eingehalten werden (Berechnung nach dem Interimsverfahren). Die Schallgutachten sind unter anderem Grundlage dafür, ob ein Windpark genehmigt werden kann.

Grundsätzlich sind moderne Windenergieanlagen leiser als ihre Vorgänger aus der Pionierzeit der Windenergie. Sie sind besser schallgedämmt und besitzen schalltechnisch optimierte Rotorblattformen. Schon in wenigen 100 Metern Entfernung ist das durch die Rotorblätter hervorgerufene gleichmäßige Rauschen kaum noch wahrnehmbar. Zudem überlagern Umgebungsgeräusche – Bäume und Büsche, Straßenlärm und andere Alltagsgeräusche – die Geräuschentwicklung von Windenergieanlagen erheblich.

Durch fortwährende Forschung und Entwicklung arbeiten die Anlagenhersteller daran, die Schallemissionen, also die Lautstärke der Windräder weiter zu minimieren. Dies geschieht vor allem über die Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften der Rotorblätter, etwa durch so genannte serrations. Das sind kleine gezackte Profile an der Flügelhinterkante. Dieses System verringert die Luftverwirbelungen hinter dem Flügel und soll auch vom Hersteller der geplanten Anlagen verwendet werden.

Weiterführende Infos:

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Energie/Wind/Fragen-und-Antworten/
Vortrag Nr.2: Dr. Johannes Pohl: "Welche Geräuschbelastung geht von WEA aus und welche Stresseffekte treten auf?" - Vortrag & Diskussion am 5. Mai 2015
 

Erzeugen Windenergie-Anlagen Infraschall?

Tieffrequente Geräusche und Infraschall (Körperschall) sind bei Windenergieanlagen messtechnisch nachweisbar, aber für den Menschen nicht hörbar. Die Frequenzen bei Infraschall liegen unterhalb der durch das menschliche Ohr wahrnehmbaren Frequenzen von 16 Hz. Der menschliche Hörbereich liegt zwischen 16 Hz – 20.000 Hz. Frequenzen darüber werden als Ultraschall bezeichnet.

Infraschall ist in unserem Alltag gegenwärtig: Natürliche Quellen sind Gewitter, Wasserfälle und Meeresbrandung u.a. Technische Quellen in unserem Alltag sind Straßenverkehr, im Pkw selbst, Flugzeuge, Kühlschränke, Klimaanlagen, Industriearbeitsplätze etc.

Durch die gesetzlichen Abstände zwischen Windrädern und Wohnbebauung bleibt der von den Anlagen erzeugte Infraschall deutlich unter der Hör- und Wahrnehmungsschwelle des Menschen. Mehrere Studien, unter anderem Langzeitstudien der Landesämter für Gesundheit Bayern und Baden-Württemberg belegen, dass keine gesundheitlichen Belastungen zu erwarten sind. 

Die von Windenergie-Gegnern gerne herangezogene Studie (2009) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) "Der unhörbare Schall von Windkraftanlagen" erwies sich als fehlerhaft: Die angegebene Zahl von rund 100 Dezibel an Windrädern ist um 36 Dezibel zu hoch gewesen. Das klingt nach wenig, macht aber einen riesen Unterschied. Der Erlanger Physik-Professor Martin Hundhausen sagt, dass die BGR-Studie den Windräder-Infraschall um den Faktor 1.000 zu hoch ansetzt. Nun hat die Bundesanstalt reagiert und ihren Rechenfehler zugegeben.

Vollkommen freiwillig setzen wir uns hingegen wesentlich höheren Infraschallwerten aus, und das oftmals tagtäglich: Die Messwerte im Innenraum eines mit 130 km/h fahrenden Mittelklasse Pkw übersteigen die einer Windenergie-Anlage um ein Vielfaches, wie das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung  an der Universität Bayreuth messtechnisch herausfand: „In 300m Abstand ist das Harsdorfer Windrad für eine durchschnittliche Infraschallbelastung von 56.3dB verantwortlich (…). Allein die Rückfahrt (3,5h) [in einem Fahrzeug mit Turbodiesel] hat uns somit genauso viel Infraschallenergie ausgesetzt wie 10 000 Tage (über 27 Jahre!) Aufenthalt in 300m Abstand zum Harsdorfer Windrad.“ 

Das Institut nimmt auch Bezug auf die von Windenergie-Gegnern gerne vorgebrachte Arbeit des Mainzer Professors Vahl als angeblichen Beleg für eine Gesundheitsgefährdung durch Infraschall: „In seinen Versuchen an isolierten Herzmuskelzellen hat Prof. Vahl bei Schalldrücken über 100dB Effekte festgestellt. In einem Poster (ohne Peer-Review) wird ein Infraschallgrenzwert von 80dB diskutiert. Für Windenergieanlagen wäre dieser Grenzwert unproblematisch - für die Autohersteller jedoch eine Katastrophe. Bereits mit 5 Minuten Autobahnfahrt bei moderater Geschwindigkeit liegt die Infraschall-Tagesbelastung bei 80.4 dB.“

Auch eine finnische Langzeitstudie  zu den Gesundheitsauswirkungen von Infraschall durch Windenergieanlagen, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, konnte keine Hinweise auf eine befürchtete Gesundheitsgefährdung liefern. Die Studie des technischen Forschungszentrums Finnland (VTT), dem finnischen Institut für Gesundheit und Soziales (THL), der finnischen Arbeitsschutzbehörde (FIOH) und der Universität Helsinki sieht „keine Evidenz für gesundheitliche Auswirkungen des Infraschall von Windenergieanlagen“. 
 

 

Weitere Informationen: 

Studie des Landesgesundheitsamts Bayern

Studie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg

Infraschall von Windrädern. Wie zwei Wissenschaftler einen kapitalen Fehler entdeckten

Faktenpapier des Landes Hessen

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Energie/Wind/Fragen-und-Antworten/

Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umwelforschung

Vortrag Nr.7: Prof. Dr. Caroline Herr: "Macht Infraschall krank?" Vortrag & Diskussion am 4. November 2015

Welchen Einfluss haben Windenergieanlagen auf den Lebensraum von Vögeln?

Windenergieanlagen stellen eine weitaus geringere Gefahr für Vögel und Fledermäuse dar, als dies oft behauptet wird. Bei diversen Vogelarten wurden vereinzelt sogar verstärkte Brutaktivitäten in der Nähe von Windenergieanlagen festgestellt (P. Hauff (2009):Zur Geschichte des Seeadlers Haliaeetus albicilla in Deutschland, Linz/Austria). So stieg seit 1990 beispielsweise parallel zum Ausbau der Windenergie an Land die Seeadlerpopulation deutlich an, und das insbesondere innerhalb Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Brandenburgs – den Bundesländern mit den meisten Windenergieanlagen.

Bei der Wahl von Standorten für Windenergieanlagen werden bedeutende Schutz- und Rastgebiete von Vögeln berücksichtigt. Das garantieren mehrmonatige naturschutzrechtliche Untersuchungen. Diese beeinhalten zum Beispiel auch die Analyse der Raumnutzung sowie die Flugbewegungen der am Standort vorkommenden windkraftsensiblen Arten. Im Genehmigungsverfahren für Windparks müssen diese Fachgutachten eingereicht und von den zuständigen Naturschutzbehörden intensiv geprüft werden.

Grundsätzlich wird bei jeder Standortplanung geprüft, ob windkraftrelevante Tierarten, wie Zug- und Brutvögel, Fledermäuse, Wildkatzen und Haselmäuse, vorkommen. Dabei wird sowohl Bezug genommen auf vorhandene Verbreitungs- und Artvorkommensdaten der Fachbehörden als auch auf die leitfadenkonforme Kartierungen und Gutachten.

Kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass erhebliche Beeinträchtigung z. B. für brütende oder ziehende Vögel besteht, werden die Windenergieanlagen nicht genehmigt oder sie müssen, wenn dies möglich ist zum Beispiel zeitweise abgeschaltet werden. Die Praxis zeigt, dass die Kollisionsgefahr sehr gering ist. Die Rotoren der heute gebauten Anlagen drehen sich zudem weit langsamer und meist über den üblichen Flughöhen von Brutvögeln. Zugvogelarten halten meist mehr Abstand zu den Windrädern, werden jedoch nicht vertrieben.

Was ist der sogenannte Schattenwurf?

Abhängig von Wetterbedingungen, Windrichtung, Sonnenstand und Betrieb kann eine Windenergieanlage mit ihren rotierenden Flügeln einen bewegten Schatten werfen. Bei den Berechnungen des Schattenwurfs wird unterschieden zwischen der theoretisch maximal möglichen Einwirkzeit – wobei stets Sonnenschein, eine bestimmte Windrichtung und ein drehender Rotor vorausgesetzt werden – und der realen Einwirkzeit unter örtlich tatsächlichen Wetterbedingungen.

Die Schattenwurfdauer darf nach gesetzlichen Vorgaben 30 Minuten täglich und 8 Stunden im Jahr nicht überschreiten. Im Genehmigungsverfahren ist durch Gutachten nachzuweisen, dass keine unzulässigen Schattenbelästigungen auftreten. Überschreitungen werden mit einem speziellen Sensor und durch eine Abschaltautomatik vermieden.

Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

Beeinträchtigen die Anlagen den Tourismus vor Ort?

Kritiker befürchten, dass Windenergieanlagen durch den Eingriff in das Landschaftsbild zu abnehmenden Besucher- und Einwohnerzahlen führen oder sogar den Tourismus negativ beeinträchtigen würden. 

Umfragen zeigen jedoch, dass Windenergieanlagen auch ein positives Image haben und zu einem sinnvollen Tourismus beitragen können. Sie stehen für Innovation, Zukunftsorientierung, Nachhaltigkeit und ökologischen Fortschritt. Inzwischen werden sogar Windparks aktiv in Tourismuskonzepte eingebunden (neue energie (09/2014): Das Ziel heisst: Erneuerbar. Tourismus und Windkraft sind kein Gegensatz, J.-R. Zimmermann, Berlin 2014, S. 29 ). Ob Windenergieanlagen positiv oder negativ gesehen werden, hängt vor allem von den zu Grunde liegenden Wertvorstellungen der jeweiligen Touristen ab.  Befürworter von Windenergieanlagen nennen als Argumente den Umweltschutz, die Einstellung gegen Atomkraft und den Wunsch nach „sauberem“ Strom. Andere wiederum verweisen vor allem auf die Optik, die Kosten und den Naturschutz.

Weitere Informationen: Energieland Hessen: Faktenpapier Windenergie und Tourismus. 2017.

Wie lange dauert es, bis eine Windenergieanlage den Strom produziert hat, der für ihre Produktion benötigt wurde?

Schon nach drei bis sieben Monaten hat eine Windenergieanlage den Strom produziert, der für ihre Herstellung benötigt wurde. Während ihrer Laufzeit von 20 Jahren erzeugt sie gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung eingesetzt wird. Rechnet man die Wiederverwertung der Materialien in die Ökobilanz mit ein, erzeugt eine Anlage sogar bis zu 90 Mal mehr Energie. Keine andere Anlage zur Stromerzeugung hat sich bereits nach so kurzer Zeit energetisch amortisiert.

Weitere Information zum Thema finden Sie hier.

Lassen Windenergieanlagen die Immobilienpreise sinken?

Windenergieanlagen haben nachweislich keine negativen Preiseffekte auf Immobilien. In strukturschwachen Regionen schaffen sie sogar Werte.

Bei der Errichtung von Windenergieanlagen werden gesetzliche Immissionswerte und Mindestabstände berücksichtigt, wodurch eine Minderung der Wohn- und Wertqualität der Umgebung verhindert wird. Der Wert einer Immobilie hängt vielmehr von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, grundlegend von Angebot und Nachfrage. Das bestätigt auch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, in dem darauf verwiesen wird, dass die konkrete Stärke einer Emissionsquelle nur einer unter vielen Faktoren ist, welcher die Belastung eines Schutzobjekts  bestimmt.
Nach Einschätzung der EBZ Business School in Bochum ist ein negativer Einfluss von Windenergieanlagen auf die Entwicklung von Immobilienpreisen nicht belegbar. Betrachtet man den Zuzug von Arbeitskräften in den ländlichen Raum sowie die regionale Wertschöpfung durch den Ausbau der Windenergie, so kann vielmehr unterstellt werden, dass diese insbesondere in strukturschwachen Regionen eher positiv auf die Entwicklung der Immobilienpreise wirkt.

Weitere Informationen:

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

Studie der EBZ Business School

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Energie/Wind/Fragen-und-Antworten/
Vortrag Nr.5: Prof. Dr. Günter Vornholz: "Schaden Windenergieanlagen den Immobilienpreisen?"
Vortrag & Diskussion am 15. September 2015

 

Welche Dimensionen haben Fundament, Turm und Roter einer modernen Windkraftanlage?

Volumen und Gewicht eines Windrades (Beispiel: Enercon E-141):

  • Volumen Fundament: ca. 1.200 m3
  • Gewicht Turm: ca. 2.000 t
  • Gewicht Gondel und Rotorblätter: ca. 550 t
  • Länge Rotorblatt: ca. 70 m
  • Außendurchmesser: da 23,00 m
  • Fundamenthöhe: hges 3,70 m
Gibt es Maßnahmen für einen ökologischen Ausgleich?

Grundsätzlich gilt: Nicht überall wo Windräder technisch realisierbar wären, werden sie auch gebaut. Denn der Eingriff in den Forst und in die Natur muss stets mit Augenmaß und so gering wie möglich ausfallen. Daher werden bereits in der Frühphase eines Windenergie-Projektes vorgeschädigte Bereiche eines Wirtschaftswaldes, Windwurf- und Sukzessionsflächen sowie ökologisch weniger wertvolle Bereiche gemeinsam mit den Forstbetrieben identifiziert und in der Standortplanung berücksichtigt. Zudem wird geprüft, inwiefern bestehende Infrastruktur – Waldwege, Rückegassen, etc. – in den Windpark integriert werden kann. Die Planungsgrundsätze lauten daher: Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren.

Generell ist der Flächenverbrauch einer modernen Windenergie-Anlage gering. In Abhängigkeit vom Anlagentyp und der Standortbeschaffenheit beträgt dieser bei einer typischen Drei-Megawatt-Anlage, wie sie derzeit geplant und gebaut wird, zwischen 0,5 und einem Hektar, wobei nur ein Teil dieser Fläche für den Betriebszeitraum von 20 Jahren tatsächlich baumfrei gehalten wird. Temporär genutzte Bereiche, wie zum Beispiel Lagerflächen, werden nach Abschluss der Bauphase wieder aufgeforstet und die Freifläche um das Fundament und die Kranstellfläche können mit Schotterrasen begrünt werden.

Schon bei der Planung eines Windparks werden Maßnahmen vorgesehen, um den Eingriff in die Natur bei der Errichtung der Windenergie-Anlagen gering zu halten. So werden beispielsweise ökologisch weniger wertvolle Fichtenwälder bevorzugt, um den Bestand an wertvollen alten Laubbäumen (Eiche, Buche, etc.) zu schützen.

Je nach Standort  werden mit der Naturschutzbehörde Maßnahmen abgestimmt, um dem Arten- und Naturschutz Rechnung zu tragen. So werden etwa für den Bau des Windparks genutze Waldflächen nach Abschluss der Bauphase wieder in Waldwiesen und abgestufte Waldränder umgewandelt oder unter ökologischen Gesichtspunkten aufgeforstet. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist die Sicherung von Altholz als Fledermaushbitat und die damit verbundene Schaffung neuer Lebensräume für Wildtier.

Weitere Informationen:

Hintergrundpapier des BWE zu Naturschutz und Ausgleichsmaßnahmen

Nutzen Windenergie-Anlagen Seltene Erden?

Seltene Erden, ohne die die Herstellung von Smartphones, Flachbildschirmen und Laptops undenkbar wäre, werden unter anderem auch zur Produktion von Autos, Flugzeugen und Windenergie-anlagen verwendet. Permanentmagneten, die in vielen Elektromotoren zum Einsatz kommen, benötigen Seltene Erden wie zum Beispiel Neodym. Magnete auf dieser Basis sind um ein vielfaches leistungsfähiger als herkömmliche Eisenmagnete. 

Ist der Rückbau der Anlagen gesichert?

Ja. Der vollständige Rückbau ist Teil der Genehmigung. Er wird über eine hinterlegte Bankbürgschaft vor Baubeginn abgesichert. Die Höhe der Bürgschaft ist landesspezifisch geregelt und wird von der Genehmigungsbehörde festgesetzt.

Die Bürgschaft sichert den Rückbau im Falle einer Insolvenz des Betreibers ab. Dieser Fall tritt sehr selten ein, da die finanzierenden Banken üblicherweise ein sehr hohes Interesse am Weiterbetrieb der Anlagen haben, schließlich ist der Großteil von den Banken finanziert.

Heutzutage haben Windenergie-Anlagen nach Betriebsende meist noch einen so hohen Restwert (Weiterbetrieb im Ausland), dass die Bürgschaft, selbst im Falle einer Insolvenz, nicht zwangsläufig fällig wird.

juwi sichert zu, die Windräder nach der Betriebsphase zurückzubauen. Dazu gehören neben den Windenergie-Anlagen auch die Fundamente, die Kabel und die Wege. Letztere bleiben nach Abstimmung mit Behörden und Grundstückseigentümer oftmals bestehen und können weiter genutzt werden.
 

Sind Windräder für den Rückgang der Insektenpopulation verantwortlich?

"Es wäre völlig an den Haaren herbeigezogen, eine nennenswerte Gefährdung von Insektenpopulationen durch Windräder abzuleiten", sagt Lars Lachmann vom Nabu. Allein in deutschen Wäldern würden jährlich 400.000 Tonnen Insekten von Vögeln gefressen. 

Zwar fliegen Insekten in den warmen Monaten und in Zeiten der Migration zu neuen Brut- und Nahrungsplätzen auch in größeren Höhen. Die meiste Zeit halten sie sich aber in bodennahen Regionen auf - und damit unterhalb der Rotoren von Windenergieanlagen. Es zeigt sich zudem, dass der Insektenrückgang eine weltweit feststellbare Entwicklung ist, auch in Regionen in denen keine oder kaum Windräder stehen. Ein Gefahrenzusammenhang zwischen Windrädern und Insektenschwund wird daher häufig überschätzt. Als größten Treiber des Insektenschwundes identifizierten Forscher stattdessen den Verlust des Lebensraumes durch die intensive Landwirtschaft und das Ausbringen von Pestiziden

Quellen: 

Bundesamt für Naturschutz (2019): Insektenrückgang – potenzieller Einfluss der Windenergienutzung in Deutschland?

Warum werden Windräder in Wäldern aufgestellt? Schließlich ist der Wald ein wichtiger CO2-Speicher.

Die CO2-Vermeidung durch klimafreundliche Stromproduktion überwiegt die Speicherfunktion der Bäume um ein Vielfaches!

Bei Wind im Wald wir oft das Argument vorgebracht, dass durch die notwendige Flächeninanspruchnahme die CO2 Speicherfunktion des Waldes reduziert wird. Fakt ist: Die CO2-Vermeidung durch klimafreundliche Stromproduktion überwiegt die Speicherfunktion der Bäume um ein Vielfaches! Warum ist das so? Ein Hektar Wald bindet laut Bayerischer Staatsforsten über alle Altersklassen hinweg ca. 11 Tonnen CO2 pro Jahr. Eine Windenergie-Anlage vermeidet auf der gleichen Fläche aber rund 10.000 Tonnen CO2. Bezogen auf ein Hektar Waldfläche lässt sich durch den Betrieb einer Windenergieanlage also ca. 1.000-mal mehr CO2 einsparen als durch die Bepflanzung und Aufwuchs von Bäumen.  

Quellen:

Bayerische Staatsforsten

Umweltbundesamt

Wer wir sind

Als einer der führenden Spezialisten im Bereich der erneuerbaren Energien bietet juwi die komplette Projektentwicklung sowie weitere Dienstleistungen rund um den Bau und die Betriebsführung von Windparks und Solaranlagen an. Gegründet wurde juwi 1996 in Rheinland-Pfalz und hat heute seinen Firmensitz in Wörrstadt bei Mainz. juwi ist in vielen Bundesländern mit Projekten und Niederlassungen präsent und beschäftigt weltweit rund 850 Mitarbeiter. Bislang hat juwi an rund 180 Standorten mehr als 1.000 Windenergie-Anlagen realisiert. Seit 2014 ist die Mannheimer MVV Energie AG Mehrheitseigentümer der juwi-Gruppe.

Weitere Informationen: www.juwi.de