Repowering-Projekt in Spiesheim

Beim Repowering-Projekt im Landkreis Alzey-Worms ersetzt juwi fünf Altanlagen des Windparks Spiesheim, die im Jahr 1997 errichtet wurden. Bis zum Jahresende 2021 sollen die fünf Altanlagen vollständig abgebaut sein, im Frühjahr 2022 dann mit dem Aufbau der neuen Anlage begonnen werden. Die Zauber-Formel des Repowerings in Spiesheim lautet dann: aus 5 mach 1, und der Ertrag steigt um fast das Vierfache.

 

Herbst 2021:

  • Abbau von fünf Anlagen des Typs Enercon E-40
  • Baujahr 1996/1997
  • Rotordurchmesser: 40 Meter
  • Nabenhöhe: 65 Meter
  • Nennleistung: 0,5 Megawatt
  • Jahresertrag des Windparks: ca. 5 Mio. kWh

 

Frühjahr 2022:

  • Aufbau einer Vestas V150
  • Rotordurchmesser: 150 Meter
  • Nabenhöhe: 166 Meter
  • Nennleistung: 5,6 Megawatt
  • Jahresertrag der Anlage: ca. 17,5 Mio. kWh

 

Unser Projekttagebuch

23. November: Das große Schneiden & Meißeln

Seit einigen Tagen schimmern in der Dämmerung kleine Blitze über die rheinhessischen Felder oberhalb von Spiesheim. Nachdem im Oktober alle fünf Altanlagen demontiert wurden, geht es nun an das Zerkleinern der Anlagenkomponenten. Mit Schneidbrennern zerlegen die Bauarbeiter die Stahltürme in kleine Happen: Auch andere Metallteile wie Generatorring, Hauptträger und Rotornabe werden fachmännisch zerschnitten. So lassen sich die Materialien problemlos wieder dem Wertstoffkreislauf zuführen.

Parallel dazu haben die Arbeiten begonnen, mit dem Baggermeißel die Fundamente zu zerstören. Die Kreuzfundamente werden so komplett aus dem Boden geholt. Anschließend werden Eisen und Beton voneinander getrennt: Metall geht zum Schrottwerk, der Beton der fünf Fundamente wird in Kürze von einem sogenannten Brecher vor Ort weiter zermahlen und später beim Bau der neuen Anlage in direkter Nachbarschaft genutzt.

Bleiben noch die Rotorblätter: Die werden demnächst ebenfalls vor Ort zerschnitten und dann in einer Recyclinganlage zu Granulat aufbereitet. Diese kann dann als Füllmaterial zum Beispiel im Straßenbau verwendet werden. Auch dieses Material fließt also in der Wertstoffkreislauf zurück.

25. Oktober: Der Abbau beginnt

Als die Arbeiten an diesem Montag im Oktober begannen, war es bitter kalt, die Nacht war noch schwarz, und der Nebel kroch über die leicht angefrorenen Felder in Rheinhessen. Bereits um 4.00 Uhr in der Frühe starteten die Mitarbeiter der Kranbaufirma damit, die beiden Autokrane startklar zu machen. Als die Sonne dann begann, vermehrt am Horizont zu schimmern und den Nebel mehr und mehr zurückdrängte, konnten die Monteure ihren Arbeitskorb klarmachen. Am Kranhaken ging es nach oben, um in 65 Meter Höhe alles für den Abbau der Rotorblätter und der Rotornabe vorzubereiten. Kurz vor Mittag war der Rotorstern dann demontiert und sicher zum Boden abgelassen. Am Nachmittag ging es weiter mit den drei jeweils 21 Meter langen Stahlrohrtürmen. Diese werden in den nächsten Tagen direkt vor Ort „mundgerecht“ für ein Stahlwerk zugeschnitten und abtransportiert, um wieder eingeschmolzen zu werden. Bis Ende der Woche sollen alle fünf Windräder demontiert sein.

21. September: Beginn Repowering in Spiesheim

Alle Räder stehen still, wenn ... Kein starker Arm, sondern ein schlichter Mausklick in der Leitwarte des Netzbetreibers EWR hat an einem Montagmorgen im September die fünf alten Windräder in Spiesheim zum Stillstand gebracht. Nachdem das Netz spannungsfrei geschaltet wurde, trennten zwei Mitarbeiter der EWR Netz GmbH morgens gegen 8.00 Uhr die Einspeiseleitung vom Strommast ab. Direkt im Anschluss begannen die von juwi beauftragten Baufirmen damit, einen Teil des Mutterbodens zwischen den Anlagen abzuschieben, um die alten Kabel aus dem Boden zu holen.

Mai/Juni 2021: juwi bringt Repowering-Projekt durch die Mai-Ausschreibung

So schnell kann es gehen: Im April erhielt das Projekt Wörrstadt III die Genehmigung, zum 1. Mai nahm juwi damit an der Ausschreibungsrunde teil und erhielt nun den Zuschlag der Bundesnetzagentur für die 5,6-Megawatt-Anlage vom Typ Vestas V150.

Insgesamt lag die Ausschreibungsmenge bei 1.243 Megawatt, der Höchstzuschlag bei den maximal möglichen 6,00 Cent pro Kilowattstunde, die durchschnittliche Zuschlagshöhe mit 5,91 Cent leicht darunter. Im Gegensatz zur Februar-Ausschreibungsrunde wurde mit 137 Geboten mit zusammen 1.161 Megawatt die Gebotsmenge fast vollständig ausgeschöpft. Allerdings hatte die Bundesnetzagentur in dieser Ausschreibungsrunde erstmals das Ausschreibungsvolumen von 1.500 Megawatt nach den gesetzlichen Vorgaben reduziert, da eine Unterzeichnung drohte.

März 2021: Genehmigungserhalt Repowering Windpark Wörrstadt / Spiesheim

Genehmigung an historischem juwi-Standort: Ein Grund zum Feiern hatte Aleksey Atanasov und das gesamte Team in Wörrstadt Ende März. Nach eineinhalb Jahren Verfahrensdauer ist der BImSch-Genehmigungsbescheid für das Repowering-Projekt in Wörrstadt an der Kreuzung Richtung Spiesheim endlich da. Projektmanager Aleksey Atanasov zeigt auf den neuen Standort und hält voller Stolz die Genehmigung in der Hand. Aufgrund des rechtskräftigen Flächennutzungsplans aus dem Jahr 2015, der Siedlungsabstandsregelung sowie der Schallproblematik ist lediglich der Bau einer Anlage möglich. Die Windenergieanlage vom Typ Vestas V150 mit 5,6 MW Leistung, 150 Meter Rotordurchmesser und 166 Meter Nabenhöhe wird dann die fünf Altanlagen vom Typ Enercon E-40, die Ende der Neunzigerjahre dort errichtet wurden, ersetzen.

Impressionen aus der Demontage

Das Video zeigt den Abbau und die Zerlegung der fünf Windenergie-Anlagen. Nun geht es auch an das Zerkleinern der Anlagenkomponenten. Mit Schneidbrennern zerlegen die Bauarbeiter die Stahltürme in kleine Happen. Auch andere Metallteile werden fachmännisch zerschnitten. So lassen sich die Materialien problemlos wieder dem Wertstoffkreislauf zuführen.

Abbau im Zeitraffer

In Spiesheim wurden in der letzten Oktoberwoche 2021 die fünf Alt-Anlagen abgebaut und die herbstliche Mischung aus Nebel und Sonne beschert uns dabei besonders spektakuläre Aufnahmen in diesem Zeitraffervideo.


Abbau der Altanlagen

Unweit des Firmensitzes in Wörrstadt bauen wir derzeit fünf Altanlagen aus den Neunzigerjahren ab und setzen künftig auf den Ertrag einer einzigen Multi-Megawatt-Anlage – den Ertrag am Standort steigern wir so um das Drei- bis Vierfache.