
Erneuerbare Energien in Deutschland
Vorreiter und Trendsetter
In Deutschland übernehmen die erneuerbaren Energien eine immer wichtigere Rolle bei der Energieversorgung. So trugen sie im Jahr 1990 gerade einmal drei Prozent zur Stromerzeugung bei (fast ausschließlich Wasserkraft). 2025 betrug ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland 55,1 Prozent.
Die aktuellen Pläne der Bundesregierung sehen vor, dass im Jahr 2030 ein Anteil von 80 Prozent erreicht ist.
Doch während der Anteil der Erneuerbaren an der Stromversorgung immer weiter steigt, geht es bei der Wärmeversorgung und im Verkehr nur langsam voran: Erst 19 Prozent der Wärmeversorgung Deutschlands stammten 2025 aus erneuerbaren Quellen. Der Verkehrssektor brachte es lediglich auf acht Prozent. Beide Bereiche müssen zukünftig stärker in den Fokus rücken, um die Energie- und Klimaziele zu erreichen.
Klimaneutral mit den Erneuerbaren
Bis 2045 will Deutschland klimaneutral werden, bis 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Dieses Ziel bleibt erreichbar, doch im vergangenen Jahr hat sich der Rückgang verlangsamt: Die Emissionen sanken nur um knapp eine Million Tonnen CO₂-Äquivalente.
Sollen die Klimaziele noch erreicht werden, sind zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nötig: Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken, hat das Umweltbundesamt berechnet.
Dass bisher eine deutliche Reduktion der Treibhausgase erreicht werden konnte, lag vor allem am Ausbau der erneuerbaren Energien.
- Ende 2025 waren in Deutschland sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit fast 120 GW Leistung installiert. An Land und auf See waren fast 31.000 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von fast 78 Gigawatt Leistung installiert.
- Insgesamt erzeugten alle erneuerbaren Energien 290 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies waren etwa zwei Milliarden mehr als im Vorjahr. Fast 134 Milliarden Kilowattstunden entfielen auf die Windenergie, gut 91,5 Milliarden Kilowattstunden lieferte die Photovoltaik.
- Der CO₂-Ausstoß der Energiewirtschaft sank von 466 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf gut 189 Millionen Tonnen im Jahr 2025.
- Die Treibhausgas-Emissionen wurden insgesamt zwischen 1990 und 2025 um 48 Prozent reduziert.
- Insgesamt arbeiteten im Jahr 2023 mehr als 400.000 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen der erneuerbaren Energien.

Aufgaben für die Zukunft
Unser Ziel ist die Vollversorgung aus erneuerbaren Energien bis 2045. Doch dafür müssen wir das gesamte System der Energieversorgung ändern. Das bedeutet, über das Design des Strommarkts ebenso nachzudenken wie über die Art und Weise, wie wir Strom verbrauchen – und nicht nur, wie wir ihn erzeugen. Aber auch auf diese Fragen müssen wir Antworten geben:
- Wie kann fluktuierende Stromerzeugung ausgeglichen und zu jedem Zeitpunkt Versorgungssicherheit garantiert werden? Hier spielen Speichertechnologien ebenso eine Rolle wie virtuelle Kraftwerke, in denen dezentrale Erzeugungsanlagen zusammengeschaltet werden.
- Wie können wir den Verbrauch der fluktuierenden Erzeugung mit Erzeugungsspitzen etwa um die Mittagszeit anpassen, wenn die Solar-Anlagen viel Strom erzeugen?
- Welche Übertragungsnetze brauchen wir?
- Wie können wir in den Sektoren Wärme und Verkehr schneller mit dem Umstieg auf Erneuerbare vorankommen und weniger CO₂ ausstoßen?
- Welche Rolle kann Wasserstoff in einem klimaneutralen Energiesystem spielen?
Diese Fragen werden von Politik und Gesellschaft kontrovers diskutiert. Klar ist: Wir haben nicht mehr viel Zeit, wenn will das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen, einhalten wollen.
