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Mehr wissen, mehr verstehen: Infolehrpfad am Windpark

Was passiert eigentlich hinter den Rotoren eines Windparks? Infotafeln vor Ort lüften das Geheimnis: Sie zeigen, wie Wind zu Energie wird und welche Vorteile für Umwelt und Region entstehen.
Der Windpark Lettweiler Höhe liegt im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz.

Wer an einem Windpark vorbeikommt, sieht meist nur die imposanten Rotoren am Himmel. Doch was steckt dahinter? Infotafeln vor Ort machen die Technik und die Idee greifbar: Sie erklären, wie Windenergie funktioniert, warum sie wichtig ist und welche Vorteile sie für Umwelt und Region bringt. So wird aus einem Blick auf die Windräder ein spannender Einblick in die Welt der erneuerbaren Energien. Seit über 20 Jahren sorgt JUWI mit Infotafeln an seinen Windparks für Transparenz – und beantwortet Fragen, wo immer sie auftauchen. Einer der ältesten Infolehrpfade von JUWI steht am Windpark Lettweiler Höhe, der von 1999 bis 2001 errichtet wurde.

Die Windräder in Bescheid haben eine beeindruckende Höhe von 166 Metern.

Infolehrpfad Bescheid

Der Windpark Bescheid-Süd, der 30 km östlich von Trier liegt, besteht aus vier Windrädern mit einer Gesamtleistung von 16,8 MW. In Summe produzieren die Anlagen rund 48 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Im Jahr 2023 wurde er in Betrieb genommen, seit diesem Sommer ergänzen vier Infotafeln den Windpark. Diese wurden von JUWI gemeinsam mit der Gemeinde konzipiert. Wir sprachen mit der Bürgermeisterin von Bescheid, Nastja Raabe-Roschlaub, über dieses Projekt. Im Gespräch erzählt sie, warum sie diese Art der Aufklärung für wichtig hält und welche Resonanz es bisher in der Bevölkerung gibt:

Bescheids Bürgermeisterin ist davon überzeugt, dass der Windpark und der Infolehrpfad eine Bereicherung für die Gemeinde sind.

Sie haben sich entschieden, zusammen mit JUWI und der Betreibergesellschaft einen Infolehrpfad aufstellen zu lassen. Was genau war der Hintergrund dieser Entscheidung?

Es war nicht explizit die Überlegung, für Bescheid Akzeptanzmaßnahmen zu schaffen. Aber es war die Idee, da der Windpark im Wald an einer sehr häufig genutzten Spazierstrecke steht, dass man noch ein paar Informationen zu den Windrädern bekommt und nicht einfach nur der Gedanke aufkommt: „Naja, da stehen Windränder im Wald, ist ja nicht so schön.“ Das war die Hauptidee. Denn wenn man an dem Windpark vorbeiläuft oder am Fuß der Windräder steht mit der Freifläche ringsherum ist das schon sehr imposant. Da ist es schön, wenn man noch ein paar Informationen dazu bekommt. 

Wir haben auch noch Ideen, diesen Weg zu ergänzen. Beispielsweise an den Ausgrabungsstätten in der Nähe des Windparks. Bekannterweise liegen da noch archäologische Artefakte im Boden. Es gibt auch eine Initiative, diese Dinge digital erlebbar zu machen oder zu sehen, wo schon etwas ausgegraben worden ist. Und der Gedanke ist, dass man dann einen Spazierweg mit Stationen hat, den man ausweiten kann und an dem man verschiedene Informationen bekommt. 

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Ich halte das auf jeden Fall für sinnvoll. Jeder, der da vorbeigeht und sich etwas dazu denkt oder Fragen hat, kann auch direkt etwas dazu lesen.

Nastja Raabe-Roschlaub
Bürgermeisterin von Bescheid
Ein Windparkschild für das Windprojekt Bescheid
Einfach die Lupe anklicken für Details zu den Infotafeln:
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Wie ist die allgemeine Resonanz zu dem Windpark?

Die Windräder haben in Bescheid kein großes Akzeptanzproblem. Es gibt vielleicht zwei oder drei Leute, die wirklich dagegen waren, aber ansonsten ist allen klar, dass der Wohlstand unserer Gemeinde da sehr dran hängt. Besonders viele Leute, die hier fremd über unsere Gemarkung laufen, haben wir glaube ich nicht. 

Haben Sie das Gefühl, dass der Lehrpfad zu der allgemeinen Akzeptanz des Windparks beiträgt?

Ich halte das auf jeden Fall für sinnvoll. Jeder, der da vorbeigeht und sich etwas dazu denkt oder Fragen hat, kann auch direkt etwas dazu lesen. Wir müssen den Windpark nicht im Nachhinein noch verargumentieren oder rechtfertigen. Es ist natürlich so: Weil hier nicht 1000e von Menschen vorbeilaufen und sich beschweren, dass der Wald nicht mehr Wald ist, ist das Thema nicht so drängend wie an anderen Stellen. Aber es ist schön, wenn man selbst immer nochmal auf die Tafeln schauen und nachlesen kann. Vielleicht zeigt man seinem Kind beim Spaziergang die Tafeln, weil man dann viel besser etwas dazu sagen kann, als wenn man einfach nur dran vorbeiläuft. 

Was zur Identifikation der Bürger mit den Windrädern beigetragen hat, ist das Windparkfest. Das war auch sehr gut besucht, obwohl das Wetter nicht hundertprozentig mitgespielt hat. Aber das war eine richtig gute Aktion für die Bescheider Bürger. Es hatte auch nochmal mehr Wirkung für unsere eigenen Bürger als die vier Tafeln. 

 

Haben Sie nach Errichtung des Lehrpfads negative Rückmeldung zu dem Windpark erhalten?

Ich weiß, dass ein Mitglied unseres Gemeinderats an dem Windpark mal jemanden getroffen hat, der im Gespräch auch anfing, gegen Windkraft zu argumentieren. Daraufhin konnte dieses Gemeinderatsmitglied auf die Infotafeln verweisen und ein bisschen was dazu erzählen, warum man als Gemeinde einen solchen Windpark baut. Zusätzlich konnte er auch etwas zu der Entstehungsgeschichte von dem Park erzählen, wie viel Abwägung doch dahintersteckt, dass man das nicht nur aus einer Laune heraus macht und dass es auch einige hohe Hürden gibt bis so ein Park genehmigt wird.

Der Infolehrpfad in Bescheid zeigt, wie wichtig es ist, Menschen mitzunehmen und Wissen transparent zu vermitteln. Positive Rückmeldungen und die Unterstützung der Gemeinde bestätigen, dass JUWI auf dem richtigen Weg ist. Auch künftig sollen weitere Projekte umgesetzt werden, die die Akzeptanz für Erneuerbare Energien fördern und den Dialog stärken.