
Milliardenchance Energiewende: Wie Kommunen von Wind und Solar profitieren

Kommunen profitieren bereits heute messbar
Deutschlands Kommunen zählen zu den Gewinnern der Energiewende. Pacht, Gewerbesteuer, direkte Beteiligungen und Sonderabgaben verschaffen vielen Gemeinden mit Wind- oder Solarparks spürbare finanzielle Vorteile. Eine aktuelle Befragung von 600 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zeigt:
- 91 Prozent der Kommunen mit Windenergieanlagen erzielen direkte Einnahmen.
- Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen sind es 82 Prozent.
Für viele Gemeinden sind diese Erlöse deutlich spürbar: Jede dritte Kommune nimmt mehr als 50.000 Euro jährlich ein – ein wichtiger Beitrag, gerade in Zeiten knapper Haushalte.
Besonders wichtig ist die freiwillige Zahlung nach §6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Betreiber von Wind- und Solarparks dürfen Standortgemeinden bis zu 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde zahlen. Bereits 44 Prozent der Gemeinden nutzen dieses Instrument.
Grundlage dieser Zahlen ist eine bundesweite Bürgermeisterbefragung von Heimatwurzel e. V. und der Initiative Klimaneutrales Deutschland.
Wind und PV sorgten 2023 für eine Wertschöpfung in Milliardenhöhe
Die finanzielle Wirkung der Energiewende ist erheblich: 2023 lag die direkte Wertschöpfung aus Wind- und Solarenergie bundesweit bei zehn Milliarden Euro, davon flossen 5,5 Milliarden Euro direkt an die Standortgemeinden – also mehr als die Hälfte.
Doch es geht noch mehr. Mit dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren wird dieser Effekt noch deutlich zunehmen: Erreicht Deutschland seine Ausbauziele, könnten ab 2033 jährlich 12,4 Milliarden Euro in die Standortkommunen fließen – bei einer gesamten Wertschöpfung von rund 21 Milliarden Euro pro Jahr.
Diese Zahlen stammen aus einer aufwändigen Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Die Forschenden untersuchten für alle 400 Städte und Landkreise, wie sich der Ausbau der Erneuerbaren auf deren Finanzen auswirkt.

Wirtschaftliche Impulse für die Region
Der Anteil der Kommunen lässt sich noch steigern. „Finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und kommunale Investitionen könnten dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung vor Ort bleibt und mehr Anwohner*innen von der Energiewende profitieren“, sagt Dr. Steven Salecki vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH und einer der Autoren.
Auch abseits direkter Zahlungen belebt der Ausbau erneuerbarer Energien die regionale Wirtschaft – vor allem auf dem Land. Die Wertschöpfungsstudie des BMWE hat Vorreiter-Regionen genauer betrachtet. Dort gehen bis zu zehn Prozent des Wirtschaftswachstums der letzten zehn Jahre auf den Ausbau der Grünstrom-Infrastruktur zurück. Ein Beispiel: Technische Dienstleister siedeln sich an und bauen über Betrieb und Wartung der Anlagen hinaus ein regionales Geschäft auf. Zudem wird grüner Strom immer häufiger zum Standortfaktor für Unternehmen.

Potenziale heben: Kommunen brauchen Unterstützung
Trotz der positiven Entwicklung werden viele Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Vielen Kommunen fehlt der finanzielle Spielraum, um selbst stärker in Erneuerbare zu investieren. Ein Beispiel: Nur etwa zwei Drittel der berechtigten Kommunen nutzen bislang die § 6 EEG Zahlungen. Dafür gibt es vielfältige Gründe:
- fehlende Informationen oder Beratung
- begrenzte personelle Ressourcen
- zusätzlicher Abstimmungsaufwand, da die Regelung freiwillig ist
Klar ist: Die Energiewende bietet enorme Chancen – aber sie müssen aktiv erschlossen werden. Genau hier kommt die Zusammenarbeit mit erfahrenen Projektentwicklern ins Spiel. Sie können Kommunen dabei unterstützen, ihre Potenziale gezielt zu nutzen, in dem sie beispielsweise zu Beteiligungsmodellen beraten und die regionale Wertschöpfung in ihren Projekten von Anfang an mitdenken.
